musterwürdige Offene Sternhaufen

NGC 225

Cas

00h43m39s

+61°46'30"

Größe 12' x 12'

Hellster Stern 9m3

Mitglieder 30

Sailboat Cluster - die meisten seiner Mitglieder haben Helligkeiten zwischen der 9. und 10. Größenklasse - der Haufen wurde 1783 von Caroline Herschel mit einem 4,5" Reflektor und 24-facher Vergrößerung entdeckt

Bild rechts: CCD-Guide - Markus Blauensteiner

FG 10x50 - der Haufen ist als matter leicht unregelmäßig geformter Nebel erkennbar, an der Nordwestflanke blinken immer wieder 3 bis 4 Sterne heraus

4" Refraktor - bei 25-fach ist der Haufen als kleine Verdichtung erkennbar und mehr als ein Dutzend Sterne sind direkt sichtbar - bei 40-fach bilden diese sichtbaren Sterne bei Kenntnis um die Sache sofort die Umrisse des Segelbootes, das gen Osten segelt - die südlichen Bootsrumpf-Sterne bilden gleichzeitig einen Teil des Sternenkranzes von HM 4

12" Spiegel - bei 40-fach zeigt sich der Haufen leicht länglich und viele Mitglieder gleich hell - bei 70-fach wird der Rumpf des Segelbootes erkennbar

NGC 225

NGC 457

Cas

01h19m35s

+58°17'13"

Größe 15' x 10'

Hellster Stern 8m6

Mitglieder 80

Eulenhaufen - hellster OS im Sternbild und einer der hellsten Sternhaufen, die nicht von Messier katalogisiert wurden, vermutlich hat ϕ Cas in den kleinen Teleskopen Messiers den Haufen überstrahlt - etwa 20 Sterne 9. und 10. Größenklasse machen den Eindruck einer Eule mit gespreizten Flügeln und Beinen

Bild rechts: Astro-Kooperation - Michael Breite, Stefan Heutz, Wolfgang Ries

Zeichnung rechts: Mathias Sawo mit 10" und 60-facher Vergrößerung

Zeichnung2 rechts: Rene Merting mit 12" und 70-facher Vergrößerung

FG 10x50 - nördlich der beiden dominierenden Sterne zieht sich flüchtig betrachtet eine kleine neblige Fahne - genauer betrachtet sind alle formgebenden Sterne gut erkennbar, der östliche Flügel wird von einer geraden Sternlinie gebildet, der westliche Flügel zieht sich schwungvoll über den Kopf der Eule nach Süden - die Assoziation der Eule gelingt leichter als in Teleskopen, da viele der schwächeren Sterne mit dem FG schlichtweg noch nicht sichtbar sind - das Herz ist andersfarbig, aber eine echte Färbung ist noch nicht auszumachen

4" Refraktor - bei 20-fach ist der OS gut an den Augen zu erkennen, der Rest glimmt leicht, das etwas außerhalb des Körpers schlagende Herz zeigt sich im dunkelsten Orange - bei 40-fach wird der OS nun schon deutlicher - eine Kette von 5 Sternen bildet mit sehr flachem "M" die Flügel und die Brust der Eule - rund 15 Sterne sind direkt sichtbar - die östliche Schwinge wird aus einer relativ geraden Sternkette gebildet, während die westliche Schwinge diffus bleibt und weiter gefächert scheint - bei 70-fach ergeben sich ein paar Sternpärchen im Schwanzbereich der Eule

12" Spiegel - bei 70-fach steigt die Eule wegen der Bildumkehr nach oben, was die Assoziation, einen nachtaktiven Vogel vor sich zu haben, erleichtert - das rechte (östliche) Auge dominiert den Haufen hell und gleißend - das Herz strahlt in einem helleren Orange und die hellsten Sterne bilden schön die Schwingen - das Schwanzende wird von drei Sternen markiert - bei 110-fach füllt der Haufen das Gesichtsfeld gut aus - das Herz steht isoliert und zwischen Schwanz und dem Rest des Haufens gibt es eine größere Stelle ohne helle Sterne - gut 50-60 Sterne sind insgesamt sichtbar

NGC 457
NGC 457 Zeichnung

NGC 1342

Per

03h31m38s

+37°22'37"

Größe 17' x 17'

Hellster Stern 12m6

Mitglieder 50

der Haufen hat wegen seines Aussehens, das an das Sternbild Skorpion erinnert, auch den Namen Kleiner Skorpion (oder auch Stingray Cluster – Stechrochen-Haufen) - er befindet sich in einer an helleren Sternen eher armen Gegend 5° westlich von NGC 1499 - der OS ist insgesamt recht locker und wenig konzentriert - die helleren Sterne sitzen nicht im Zentrum

Zeichnung rechts: Mathias Sawo mit 10" und 70-facher Vergrößerung 

4" Refraktor - schon bei 15-fach ist der Cluster auffällig und deutet seine typische Form an - bei 40-fach leuchten die beiden nördlichen Sterne, von denen einer das Schwanzende bildet, am hellsten - der Bauch des Skorpions wird auch sehr markant von einer helleren Sternkette gebildet - nur bei den Scheren muss man etwas genauer hinschauen - gut zwei Dutzend Sterne sind insgesamt sichtbar

NGC 1342
NGC 1342 Zeichnung

NGC 1662

Ori

04h48m27s

+10°56'13"

Größe 12' x 6'

Hellster Stern 8m4

Mitglieder --

der Sternhaufen steht gut 1° nordwestlich des Bogens des Orionjägers an der Grenze zum Sternbild Stier - der OS ist auch als Muster bekannt, denn mit etwas gutem Willen (auch zum amerikanischen Deutungsgeist) erkennt man hier die Umrisse eines Klingonenschiffes - die Flügel sind von Südost nach Nordwest gespannt - kleine Teleskope reichen für die Sichtung

8" Spiegel bei 40-fach zeigt sich der Haufen sehr schön und 14 relativ gleichhelle Sterne werden sichtbar - der Klingonenkreuzer steuert gen Westen - das Ganze wirkt auch wie eine 3

12"-Spiegel - bei 40-fach sind alle Sterne gut aufgelöst und die Rumpfsterne wirken ein wenig verschiedenfarbig incl. einem orangen Stern

NGC 1662

NGC 1664

Aur

04h51m06s

+43°40'30"

Größe 18' x 18'

Hellster Stern 10m6

Mitglieder 150

der Haufen befindet sich nur 2° westlich von ε Aur - das Fehlen von hellen Hauptreihensternen lässt auf ein Alter von 400 Mio. Jahren schließen - mitunter findet man Bezeichnungen wie Kite-Cluster über ihn im Netz - wir sind der Meinung, dass der Haufen eher einem Stachelrochen  ähnlich sieht

Bild rechts: CCD-Guide, Markus Blauensteiner

Zeichnung rechts: Mathias Sawo mit 10" und 70-facher Vergrößerung 

FG 10x50 - indirekt als diffuser Schimmer erkennbar, aber lange nicht so groß, wie in meinem Sternatlas eingezeichnet

10" Spiegel - bereits im Übersichtsokular ist eine markante Form aus Sternketten zu erkennen - bei 70-fach lassen sich die Ketten in drei Dutzend gut greifbaren Einzelsternen auflösen - der Haufencharakter bleibt auch bei dieser Vergrößerung erhalten.

NGC 1664
NGC 1664 Zeichnung

NGC 2169

Aur

04h51m06s

+43°40'30"

Größe 18' x 18'

Hellster Stern 10m6

Mitglieder 150

der 37-Cluster oder auch IC37 (lautmalerisch I see 37) - dieser Haufen würde bestens als Sternmuster durchgehen - seine Gestalt erinnert sehr stark an die Ziffer 37 - für sein geschätztes Alter von 120 Mio. Jahren ist der Haufen noch sehr kompakt und enthält auch noch die relativ kurzlebigen und leuchtkräftigen B-Sterne

Bild rechts: CCD-Guide, Markus Blauensteiner

Zeichnung rechts: Mathias Sawo mit 10" und 130-facher Vergrößerung 

4" Refraktor - bei 30-fach ist die Zahl 37 sofort spiegelverkehrt erkennbar - eine östlich gelegene wellenförmige Sternenkette zeigt gut den Weg dorthin - sehr interessanter Haufen und in allen Vergrößerungen lohnenswert - die Anzahl der sichtbaren Sterne nimmt mit steigender Vergrößerung stetig zu

NGC 2169
NGC 2169 Zeichnung

NGC 2252

Mon

06h35m01s

+05°25'13"

Größe 20' x 20'

Hellster Stern 9m0

Mitglieder 30

der Haufen mit markanter Spazierstock-Form liegt in einem Viereck aus Sternen 7. und 8. Größenklasse und bereits im Randgebiet des Rosettennebels

14"-Spiegel - bei 40-fach ist ein "Y" zu erkennen und aufrecht stehend - gut 15 bis 16 Sterne sind zu erkennen - bei 70-fach sieht alles ganz anders aus und mehr Sterne werden sichtbar - das rahmende Viereck erkenne ich als Trapez - der Fuß des "Y" ist geschwungen und hat unten einen Ringel wie ein Skorpion - nicht uninteressant

NGC 2264

Mon

06h40m58s

+09°53'42"

Größe 40' x 40'

Hellster Stern 4m6

Mitglieder 40

die NGC-Nr. bezeichnet gleichzeitig den Weihnachtsbaumsternhaufen und den nur fotografisch gut sichtbaren Konusnebel (ein Dunkelnebel) - der Sternhaufen ist ein noch sehr junges Sternentstehungsgebiet - in mittleren Teleskopen wirken die schwächeren Sterne des Haufens wie Kerzen auf dem Baum

8" Spiegel - bei 40-fach ein schöner Anblick und der Sternhaufen ist gesichtsfeldfüllend - ab 60-fach werden die schwächeren Kerzensterne gut sichtbar und iindirekt betrachtet entsteht tatsächlich der Eindruck eines Weihnachtsbaumes mit Kerzenlichtern

NGC 2264

NGC 2355

Gem

07h16m59s

+13°45'00"

Größe 8' x 8'

Hellster Stern 13m0

Mitglieder 40

The Jedi Knight - ein Sternhaufen, der sich südlich an einen 8 mag hellen Stern anschmiegt und sich sehr deutlich vom Umfeld abhebt - der OS ist mit 1 Mrd. Jahre recht alt, dafür aber vergleichsweise klein und kompakt

Bild rechts: Astro Kooperation - Michael Breite, Stefan Heutz, Wolfgang Ries

12" Spiegel - bei 70-fach wirkt der Haufen recht unregelmäßig bzw. locker und ein Stern sticht hervor - maximal der Arm und die beiden Augen des Jedis sind gut erkennbar - der Haufen hebt sich gut vom Umfeld ab - bester Anblick bei 110-fach, dann scheinen alle Sterne aufgelöst zu sein - insgesamt gesehen ist der Haufen mit seinen Sternketten und Sternpaaren schön anzusehen, der Jedi aber eher schwer und nur mit viel gutem Willen und mit einem vorabblick auf die Skizze rechts zu erkennen

NGC 2355

NGC 6885

Vul

20h12m01s

+26°28'41"

Größe 20' x 20'

Hellster Stern 5m9

Mitglieder 40

der helle Stern 20 Vul markiert das Zentrum dieses Sternhaufens - um ihn herum verteilen sich rund 40 Sterne verschiedener Helligkeiten und Farben - der Haufen ist relativ locker und groß - er gehört zu den Objekten, die zwei NGC-Nummern haben (auch NGC 6882) - er wurde von Wilhelm Herschel aufgrund eines Positionsfehlers während einer Durchmusterungsnacht in einer anderen Nacht noch einmal entdeckt - mit etwas Phantasie erkennt man einen Elefanten

4" Refraktor - bei 40-fach zeigt sich der Sternhaufen zusammen mit den Sternen um 18 und 19 Cyg als Oval und der Haufen ist als deutliche Verdichtung in diesem Oval sichtbar - mein erster Eindruck war, hoppla, das sieht aus wie ein kleiner Elefant - hoch vergrößert auf 50-fach wird der nach Osten zeigende Rüssel von zwei Sternpaaren und einem Einzelstern gebildet - zwei Dreier-Sternpaare bilden die Beine - der helle Stern im Zentrum ist das Auge - lediglich die Ohren scheinen zu fehlen - der Rumpf wird von einer Sternkette gebildet, die den Sternhaufen kreisförmig erscheinen lassen

10" Spiegel - bei 110-fach wird der Elefant im Feld von 0.7° gut eingerahmt - mit dieser Öffnung und Vergrößerung legt sich ein Gesprenkel von feinen Sternen über den Rücken des Elefanten, der dadurch sehr plastisch wird - dieser Elefant wird mit steigender Öffnung immer besser, was durchaus ungewöhnlich für einen Sternmuster ist

12" Spiegel - bei 40-fach sind auffällig viele Sterne um diesen hellen Stern 20 Vul gruppiert mit einer etwas stärkeren Ausdehnung nach Westen - viele unterschiedlich helle Mitglieder - Elefantenmäßig ergibt sich der gleiche Eindruck wie mit 4" und 50-fach - bei 70-fach bilden sogar drei Sternpaare den Rüssel und ein kleiner Ringelschwanz ist hinzu gekommen - bei 110-fach ist der Haufen gesichtsfeldfüllend und alle 40 Mitglieder sichtbar

NGC 6885

NGC 6811

Cyg

19h37m17s

+46°23'17"

Größe 15' x 15'

Hellster Stern 9m9

Mitglieder 90

Hole in a Cluster - ein markanter Sternhaufen, der in der Mitte scheinbar ein Loch hat und viergeteilt ist - die in Sternhaufen übliche Konzentration zur Mitte hin fehlt ihm völlig - die Südseite ist relativ schwach ausgeprägt - sein Alter wird auf 700 Mio. Jahre geschätzt

Bild rechts: CCD-Guide - Herbert Walter

FG 10x50 - unerwartet schwach indirekt sichtbar, direkt verschwindet der Haufen fast - er ist großflächig und leicht unruhig von der Form - größte Helligkeit im NO - ein Lichtpünktchen wird am SO-Rand erkennbar

4" Refraktor - bei 20-fach ist ein sehr zarter flächiger Nebel mit einigen dunklen Stellen zu erkennen - höhere Vergrößerungen zeigen leichte Granulation innerhalb des Nebels

14" Spiegel - bei 70-fach traumhaft, feine Sternstruktur mit vielen helleren Sternen innerhalb eines Sternumfeldes - bei 100-fach wirken zwei Sternketten mit viel Phantasie wie die Augen einer Fliege und die übrigen Sterne wie der Rüsselbereich und die Fühler - lohnenswert

NGC 6811

NGC 6819

Cyg

19h41m18s

+40°11'13"

Größe 5' x 5'

Hellster Stern 11m0

Mitglieder 900

Foxhead Cluster - ein kompakter sternreicher Haufen mit einer nach Norden geöffneten V-förmigen Zentralgruppe, die einer Fuchsschnauze ähneln soll und dem OS deshalb den charmanten Eigennamen eingebracht hat - er wirkt wie eine kleinere und schwächere Ausgabe von M 37

Bild rechts: CCD-Guide - Manfred Wasshuber

FG 10x50 - sofort zeigt sich ein kleiner rundlicher homogen heller Nebelfleck - indirekt besehen habe ich den Eindruck, dass er zur Mitte hin leicht heller wird, er wirkt einem schwachen Kugelsternhaufen ähnlich - NGC 6819 wirkt deutlich kompakter als der 6° nördlicher liegende OS NGC 6811

14" Spiegel - bei 40-fach sind die Sterne eher wie ein nach beiden Seiten offener Kelch mit dickem Stiel angeordnet - leider nicht hoch genug vergrößert, um die roten Riesen zu erkennen

NGC 6819

NGC 6910

Cyg

20h23m08s

+40°46'30"

Größe 8' x 8'

Hellster Stern 9m0

Mitglieder 50

der Haufen ist auch als Rocking Horse Cluster oder als Giraffe bekannt (Zürn 2) - die beiden hellsten leicht gelblich strahlenden 9m2 hellen Sterne gehören physikalisch gesehen nicht zum Sternhaufen - er hat eine starke Konzentration zur Mitte hin, was ihn deutlich vom Hintergrund abhebt

Bilder rechts: CCD-Guide, Bernhard Hubl/ 2. Variante - Giraffe um 180° gedreht

Zeichnung rechts: Rene Merting mit 4"  und 90- bis 110-facher Vergrößerung 

4" Refraktor - bei 25-fach fällt der Haufen sofort auf, zwei hellere Sterne werden westlich von einem schwächeren Schimmer flankiert - einige schwächere Sterne blitzen bereits durch - bei 50-fach ist der Sternbogen zwischen den beiden helleren Sternen erkennbar - der Kopf ist nur indirekt gut sichtbar - bei 90-fach werden dann alle figurgebenden Sterne indirekt einzeln sichtbar

12" Spiegel - bei 40-fach fällt eine gebogene Linie feiner Sterne zwischen zwei hellen Sternen auf - bei 70-fach wird der Haufen interessanter, 11 schwächere Sterne stehen so um die beiden helleren, dass der Eindruck eines Schaukelpferdchens auf zwei Rädern entsteht - bei 160-fach werden dann viel mehr Sterne sichtbar, vor allem um die beiden hellen Sterne

NGC 6910 Schaukelpferd
NGC 6910 Giraffe
NGC 6910 Zeichnung

NGC 7510

Cas

23h11m00s

+60°34'12"

Größe 7' x 7'

Hellster Stern 7m9

Mitglieder 60

ein ungewöhnlicher sehr kompakter aber sehenswerter Sternhaufen, dessen Form mitunter an eine Pfeilspitze oder eine Stimmgabel erinnert - er ist mit einem geschätzten Alter von 10 Mio. Jahren noch recht jung

Bild rechts: Astro Kooperation - Michael Breite, Stefan Heutz, Wolfgang Ries

Zeichnung rechts: Rene Merting mit 12" und 70-110-facher Vergrößerung

4" Refraktor - bei 20-fach ist der Haufen sofort auffällig - südlich und im Westen sind erste Lichtpünktchen ausmachbar, der hellste Stern zeigt sich östlich - seine Form ist länglich und spitz zulaufend nach Westen - bei 50-fach ist der Haufen noch zusammen im Gesichtsfeld mit King 19 und deutlich konzentrierter als sein Nachbar erkennbar - bei 90-fach sind schon deutliche Abstände zwischen den hellsten Sternen erkennbar, im Westen zeigen sich noch ein paar schwächere Sterne in der Peripherie

12" Spiegel - der OS fällt bei 40-fach sofort ins Auge, einige Sterne stechen an den Rändern dieses länglichen Knotens schon hervor - der Haufen wirkt nach Osten verwischt - bei 70-fach laufen zwei Sternketten spitz aufeinander zu und sie begegnen sich treffend am hellsten Stern im Haufen - die südliche Kette ist länger und dominanter und im Hintergrund verstecken sich weitere Sterne - wenn man genauer hinschaut, sieht man im Norden noch eine dritte sehr schwache aber homogene Kette, die ebenfalls auf den hellen Stern zuläuft und aus der drei Sterne besonders herausblitzen - bei 160-fach zeigen sich um den hellsten Stern noch viele schwächere Vertreter - der Haufen wirkt jetzt eher dreieckig

Nachtrag: für die dritte schwache Kette braucht man einen sehr guten Himmel, diese Kette mit 12" zu sehen, ist mir leider nicht immer vergönnt!

18" Spiegel - bei geringer Vergrößerung wirkt der Haufen ausgesprochen hell und stark vom Hintergrund abgesetzt - aus dem dreieckig wirkenden Haufen leuchten zahlreiche Sterne hervor - bei 320-fach ist der Haufencharakter immer noch schön zu erkennen - einige "spannende" Details werden nun sichtbar - im Haufen sind drei sehr enge Sternpaare zu entdecken, die sich zunächst durch verschmierte Sterne angedeutet haben - ein weiteres Highlight ist eine flach geschwungene S-förmige Kette, die sich aus neun zum Teil schwachen Einzelsternen zusammen setzt - indirekt wirkt sie als feine geschwungene Linie, die zwar nicht ins Auge sticht, aber Dank Renes Hinweis (bei der 12"-Beobachtung) durchaus auffällig ist - Teile dieser Kette sind auch bei 160-fach zu sehen - das komplette Sterndreieck setzt sich bei 320-fach aus gut drei Dutzend Sternen zusammen, die meist direkt zu sehen sind - einer meiner Lieblingshaufen

NGC 7510
NGC 7510 Zeichnung

Pismis-Moreno 1

Cep

22h18m50s

+63°16'00"

Größe 16' x 9'

Hellster Stern 7m8

Mitglieder --

der offene Sternhaufen ist in den Emissionsnebel Sharpless 2-140 eingebettet - der im Haufen enthaltene Doppelstern Struve 2896 ist die wesentliche Anregungsquelle des Nebels - sehenswert ist der Sternhaufen vor allem, weil sein Anblick in Teleskopen stark an einen Zaubererhut erinnert

Zeichnung rechts: Mathias Sawo mit 10" und 60-facher Vergrößerung

5" Spiegel - bei 70-fach und 1° Sehfeld ist der Zaubererhut klar und deutlich - wunderschön, ein Highlight! - die Astrophysik sagt uns, dass der 6° süd-südöstlich liegende Zauberer-Nebel (Wizard Nebula) Sharpless 2-142 mit einem Abstand von ca. 9000 Lichtjahren, also in 3-facher Entfernung von uns zum Zaubererhut Pismis-Moreno 1 liegt (Abstand etwa 2.800 Lichtjahre) – hat der Zauberer uns seinen Hut entgegen geschleudert? ... oder hat er ihn unterwegs verloren?

12" Spiegel - bei 40-fach habe ich sofort ein Bild im Kopf, das ist doch ein Zaubererhut - Spitze nach Norden und Krempe im Süden - der Doppelstern bildet ein schönes Schmuckstück auf der Krempe des Hutes - bei 70-fach sind gut 20 ähnlich helle Sterne locker verteilt zu erkennen

Pismis-Moreno 1
Pismis-Moreno 1 Zeichnung

Stock 2

Cas

02h14m43s

+59°29'06"

Größe 80' x 80'

Hellster Stern 8m2

Mitglieder 70

Muskelmännchen - das meist beobachtete Objekt des Stock-Kataloges - mit etwas Phantasie wird ein querliegendes Männchen deutlich, das seine Arme in Bodybuilder-Pose zur Seite streckt - der Haufen liegt gut 2° nördlich der bekannten Sternhaufenpaares h und χ

FG 10x50 - zwei geschwungene Bögen werden von einer Sternkette zusammen gehalten, ein hellerer Stern im Osten bildet den Kopf - das Muskelmännchen ist gut vorstellbar

Stock 2

Teutsch 8

Cyg

02h02m26s

+35°18'34"

Größe 1' x 1'

Hellster Stern 9m4

Mitglieder 8

Teutsch 8 wurde wissenschaftlich untersucht und ist in der Tat ein Sternhaufen - er könnte fast als Zwillingsbruder des Sternmusters Leiter 15 durchgehen - Teutsch ist ein moderner südamerikanischer Astronom, dessen Objekte mitunter sehr spannend und vor allem neu sind und damit in älteren Katalogen nicht enthalten - der OS hier zeigt sich als ein sehr markantes Grüppchen von 8 Sternen - die hellsten Sterne bilden einen kompakten viereckigen Grundkörper

Bild rechts: PanSTARRS

Zeichnung rechts: Mathias Sawo mit 10" und 130-facher Vergrößerung

8" Spiegel - bei 60-fach wird die Box, bestehend aus dem hellsten Stern und die drei schwächeren Vertretern, sichtbar - bei 200-fach sieht man im Westen das kleine Nebelfähnchen, die drei Verursachender-Sterne sind aber nicht aufzulösen

12" Spiegel - bei 160-fach zeigen sich vier Sterne, die kompakt wie eine Box zusammen stehen - einer der Sterne ist heller und dominiert das Bild - im Westen der Box ist ein diffuser Schimmer zu erkennen, der neugierig auf höhere Vergrößerungen macht - ab 240-fach werden westlich noch drei ganz schwache Sterne sichtbar, die eine gerade Kette nach Südwesten bilden, die miteinander verschwimmen - ein interessanter Anblick - ein Stern in der Box ist ein Zweifachstern

Teutsch 8 Zeichnung