Dunkelnebel

Dunkelnebel sind Objekte, bei denen man sich in der Regel darauf konzentriert, dass man eigentlich "nichts" sieht. Wir finden, dass es durchaus sehr reizvoll sein kann, sich mit dieser Objektklasse zu beschäftigen.

Zwei herausragende Pioniere und fleißige Astronomen bei der Katalogisierung von Dunkelnebeln waren Edward E. Barnard und Beverly T. Lynds.

 

Edward E. Barnard, ein Pionier der professionellen Astrofotografie und ein begnadeter visueller Beobachter, veröffentlichte seinen ersten Dunkelnebel-Katalog mit Einträgen von Nr. 1 bis 175 im Jahre 1919 unter dem Titel „Catalogue of Dark Markings in the Sky“. Im Nachgang dazu produzierte er einen zweiten Katalog mit Einträgen von Nr. 201 bis 370. Das bedeutet, dass es Barnard 176 bis einschließlich Barnard 200 nicht gibt!

1928 erschien posthum sein Werk „A Photographic Atlas of Selected Regions of the Milky Way“, welches 2009 von Cambridge University Press als erschwingliche Faksimile wieder aufgelegt wurde. Barnard’s Katalog bildete den Grundstock für die späteren Dunkelnebel-Kataloge von Khavtassi (1960) und Lynds (1962).

 

Beverly T. Lynds veröffentlichte Ihren Dunkelnebel-Katalog 1962 unter dem Titel "Catalogue of Dark Nebulae". Der Katalog mit der Bezeichnung LDN - Lynds‘ Dark Nebulae (nicht mit LBN - Lynds’ Bright Nebulae - zu verwechseln! ;-)) basiert auf einer Durchmusterung der roten und blauen Platten des Palomar Observatory Sky Atlas und deckt den Himmel von Deklination +90° bis -33° ab. Der Katalog subsumiert alle Barnard-Objekte, das heißt zu jeder Barnard-Nr. gibt es eine entsprechende LDN-Nr.

 

In ähnlicher Weise wie die Messier-Nr. in der Amateur-Literatur meistens Vorrang vor der NGC/IC-Nr. hat, hat die Barnard-Nr. allgemein Vorrang vor der LDN-Nr. und so handhaben wir es auch in der nachfolgenden Auflistung der von uns beobachteten Dunkelnebel.


Allgemeine Beschreibungen haben wir im weißen Text zusammengefasst. 

 

Die eigenen Beobachtungen sind grau unterlegt.

Die Öffnungen sind entsprechend der Schwierigkeit - leicht - mittel - schwer - nicht gesehen - farbig markiert.

 

Bei den Bildquellen handelt es sich, sofern nicht anders vermerkt, um DSS-Bilder (Quellen: Aladin oder WikiSky). Bei abweichenden Bildautoren erfolgt die Nennung der Bildautoren in der allgemeinen Beschreibung.

Bildausrichtung: Norden ist jeweils oben und Osten links, wenn es nicht anders beschrieben wird.


Barnard 1

Per

03h33m16s

+31°07'51"

Größe 80' x 40'

 Entfernung 900 Lj.

Barnard 1 liegt im Zentrum der Perseus-Molekülwolke am südwestlichen Rand der Per-OB2-Assoziation im lokalen Orion-Arm der Galaxis - im Inneren des Nebels findet eine recht aktive Sternbildung statt, teilweise durch Strahlung des massiven Sterns 40 Persei beeinflusst

Groß-FG - B 1 ist visuell sichtbar, aber weniger gut von seiner Umgebung abgesetzt als sein Kompagnon B 4 

Barnard 5

Barnard 5

Per

03h48m00s

+32°54'00"

Größe 40' x 20'

 Entfernung 900 Lj.

der Dunkelnebel Barnard 5 ist ein isolierter „Außenlieger“ der Perseus-Molekülwolke im Herzen der Per-OB2-Assoziation - im Innern des Nebels findet Sternbildung auf geringem Niveau statt - Barnard 5 wird als Bok-Globul klassifiziert, das heißt als kompakter und isolierter Dunkelnebel. Das legt eine gute Beobachtbarkeit nahe. Auf Fotos ist der Nebel tatsächlich sehr markant, jedoch erschwert die geringe Sterndichte in der Umgebung die visuelle Beobachtung

Bild rechts: Rene Merting

8" Spiegel - wird Barnard 5 zugänglich und dann ist darauf zu achten, dass das Sehfeld mindestens 1,5° beträgt, denn die Beobachtung von Dunkelnebeln lebt von der Abgrenzung zur Umgebung!

Barnard 5

Barnard 26

Aur

04h54m35s

+30°37'00"

Größe 10' x 7'

 Entfernung 540 Lj.

ein kompakter Dunkelwolkenkomplex mit den Nummern Barnard 26 bis 28, der besonders reizvoll ist in Kombination mit dem unmittelbar südöstlich stehenden Reflexionsnebel vdB 31, der um einen 7 mag hellen A0-Stern HD 31293 steht - dieser Komplex ist ähnlich weit entfernt wie die weiter südwestlich in Taurus stehenden Dunkelnebel 

Bild rechts: CCD-Guide - Günter Kerschhuber

8" Spiegel - 40-fach ist Barnard 26 auffällig - es zeigen sich wenig Sterne im Vergleich zur Umgebung - zusammen mit den umliegenden Dunkelnebeln wirkt der Komplex V-förmig

Barnard 26

Barnard 33

Ori

05h40m59s

-02°27'30"

Größe 6' x 4'

 Entfernung --

Barnard 33 ist der berühmte Pferdekopfnebel (ein Dunkelnebel), der diffuse Emissionsnebel IC 434 sorgt für die Hintergrundbeleuchtung - da IC 434 sehr schwach in Hα strahlt, und unser Auge auf diese Wellenlänge kaum reagiert, galt B 33 lange Zeit als unbeobachtbar - aber in Zeiten der Schmalbandfilter hat sich dies geändert

für die Beobachtung ist ein sehr transparenter und dunkler Himmel wichtig - weiterhin hilfreich ist eine gute Streulichtabschirmung und niedrige Vergrößerungen mit möglichst großer AP - Untergrenzen sind 6" mit Hβ bzw. 10" mit UHC - die helle Kante von IC 434 sollte als erstes gesucht werden - visuell ist B 33 nur eine schwache runde Silhouette

Bild rechts: CCD-Guide - Dieter Retzl

Zeichnung rechts: Mathias Sawo mit 18"  und  90-facher Vergrößerung + H-Beta

8" Spiegel - bei 100-fach und Hβ ist IC 434 recht gut sichtbar, aber diese Einbuchtung B 33 blieb verborgen

12" Spiegel - bei 70-fach und Hβ nichts gesehen (keine gute Transparenz in der Nacht)

18" Spiegel - bei 90-fach und  Hβ wird eine schwarze und scharf begrenzte Einbuchtung sichtbar, die in einen Nebel hineinreicht - sie ist direkt und einfach zu sehen - die Form des Pferdekopfes ist indirekt nachvollziehbar - die äußere Kontur einer gebogenen Mähne sowie die Schädeldecke sind zu erkennen - auch eine kurze Schnauzenform ist erkennbar, die sich aber schwieriger abhebt - der Hindergrundnebel IC 434 ist am Nordostrand deutlich besser abgegrenzt, nach Südwest läuft er diffus aus - im Nebel sind weitere Helligkeitsverläufe erkennbar

Barnard 33

Barnard 34

Sct

18h51m06s

-06°40'00"

Größe 15' x 15'

 Entfernung --

Barnard 34 ist ein Bok-Globul, das heißt ein besonders dichter kompakter Dunkelnebel - er liegt auf der Vorderseite des lokalen Orion-Arms, recht nahe mit nur ca. 500 Lichtjahren Abstand - abseits der großen Perseus-Taurus Dunkelwolkenkomplexe schwebt B 34 isoliert im Vordergrund der vielen Deep-Sky-Objekte der Assoziationen Aur OB1 und OB2 im Auriga-Fenster 

Beim DSS-Bild rechts wurden die Tiefen stakr erhöht und der Mitteltonkontrast stark gesenkt

3" Refraktor - bei 25-fach ist B 34 als deutliches Loch im Sternfeld zu erkennen - obwohl der Dunkelnebel nur 15x15 Bogenminuten misst, ist das Gesichtsfeld von 2,5° sicher hilfreich für diese Wahrnehmung, denn so kann ein gutes Gefühl für die „normale“ Sterndichte in dieser Gegend entstehen und der Abriss der Dichte wird auffallend

5" Doppelrefraktor - bei 50-fach und 1,7° Feld ist B 34 atemberaubend, ein Highlight unter dunklem, transparentem Himmel - es scheinen keine auffallenden Sterne durch

12" Spiegel - bei 40-fach fällt eine größere Fläche mit etwas weniger Sternreichtum auf, durch die sich eine gezackte Kette schwacher Sterne nordsüdwärts zieht - markant ist der Nebel aber nicht, sondern nur bei Wissen um die Bedeutung erahnbar - am eindeutigsten ist der südliche Teil erkennbar, der sich in einem geschwungenen Bogen etwas mehr vom Sternumfeld abgrenzt, sonst ist aber keine echte Begrenzung auszumachen - vielleicht sind 12" schon zuviel Öffnung und es werden innerhalb des Nebels zu viele Sterne sichtbar

Barnard 34

Barnard 112

Sct

18h51m06s

-06°40'00"

Größe 15' x 15'

 Entfernung --

der Dunkelnebel befindet sich nur gut 10' südlich von M 11

Bild rechts: CCD-Guide - Bernhard Hubl (Helligkeit erhöht und Kontrast angehoben)

12" Spiegel - bei 40-fach wirkt der Dunkelnebel kompakt und nicht so auffällig wie der Komplex um B 114 weiter östlich - die Westkante ist recht gut definiert und vier hellere Sterne begrenzen diese Kante - auch bei 70-fach ist der Nebel gut zu erkennen, man muss sich aber erst einsehen - zusammen mit dem östlichen Dunkelnebelkomplex um Barnard 114 wirken beide bei längerer Betrachtung sehr plastisch

Barnard 112

Barnard 114

Sct

18h51m06s

-06°40'00"

Größe 15' x 15'

 Entfernung --

eigentlich ein Dunkelwolkenkomlex mit den Nummern B 114 bis 118, die wir hier zusammen fassen wollen - der Komplex befindet sich ein halbes Grad südöstlich von M 11

12" Spiegel - bei 40-fach ist das der auffälligste der vielen Dunkelnebelkomplexe um M 11 - bei 50-fach sind an der Ostflanke des Nebels ein paar hellere Sterne auffällig, der Abschnitt um B 118 im Südosten ist nicht erkennbar

Barnard 114

Barnard 133

Aql

19h06m10s

-06°53'45"

Größe 13' x 10'

 Entfernung --

der Dunkelnebel iegt nur ein halbes Grad südlich vom Planetarischen Nebel NGC 6751 (Glowing Eye)

12" Spiegel - bei Aufsuchvergrößerung 40-fach ist ein nebliger Schlauch zu erkennen und eigenartigerweise ist im Nebel eine Kondensation zu erkennen, ähnlich einem kleinen unaufgelösten Sternhaufen - bei 50-fach wird der Nebel deutlicher und im Nebel schimmern gut ein Dutzend Sterne durch, die zusammen eine aufrecht stehende gespiegelte 5 darstellen, im Bogen ist eine Lücke - ein interessanter Nebel

 

Barnard 133

Barnard 142

Aql

19h39m41s

+10°31'12"

Größe 40' x 40'

 Entfernung 1.100 Lj.

Barnard 143

Aql

19h40m43s

+10°57'00"

Größe 60' x 40'

 Entfernung 1.100 Lj.


Barnards E - die dreiteilige Dunkelhöhle liegt gut 1,5° westlich von Atair

8" Spiegel - bei 30-fach ist der B 142 sehr deutlich erkennbar und schön zusammen mit B 143 im GF sichtbar - nördliche Bogen B 143 ist besonders stark ausgeprägt und man hat das Gefühl, das unfassbare Schwärze das Auge umfängt - die westlichen Ausläufer ragen wie Krakenarme in das Sternumfeld hinein - bei 40-fach werden die Unterschiede zwischen Sternumfeld und Nebel noch ausgeprägter

Barnard 142 und 143

Barnard 145

Cyg

20h02m48s

+37°40'00"

Größe 35' x 6'

 Entfernung --

4" Refraktor - bei 25-fach ist der Dunkelnebel markant, gut definiert und noch Osten spitzer werdend sichtbar - nach Westen ist der Nebel nicht so ausgeprägt - einige Sterne blitzen aus ihm hervor und ziemlich mittig verläuft eine Sternkette schön von Nord nach Süd durch den Nebel - im Süden begrenzt eine Stern-Dreierkette den Nebel

12" Spiegel - bei 40-fach ist der Nebel sehr auffällig - ein OW-elongierter dunkler länglicher Fleck inmitten dieses hellen Milchstraßengebietes - der Nebel ist nach Süden gewölbt und verjüngt sich nach Osten hin - Gesamtaussehen wie die Wal-Galaxie, nur ohne Licht ;-) - einige helle Sterne liegen an seinen Grenzen, der hellste im Norden - im Nebel schimmern auch einige Sterne hervor - bei 70-fach wird der GN unscheinbarer und muss abgefahren werden

Barnard 145

Barnard 168

Cyg

21h53m17s

+37°16'12"

Größe 100' x 10'

 Entfernung 3.300 Lj.

der 100 Lichtjahre lange Dunkelnebel Barnard 168 wird wegen seiner prägnanten Form auch gern als Dunkelzigarre bezeichnet, im englisch sprachigen Raum heißt der Nebel passenderweise auch Caterpillar Nebula (Raupennebel) – eingebettet an seinem Ostende liegt der genauso berühmte Cocoon Nebula IC 5146 - die Sternbildung in IC 5146 wird mit der Zeit den Dunkelnebel wegblasen - die Masse der Dunkelwolke beträgt ungefähr 2.500 SM

12" Spiegel - bei 40-fach ein imposanter dunkler Strich, der nicht im gesamten Gesichtsfeld zu erfassen ist

Barnard 168

Barnard 169

Cep

21h57m00s

+58°30'00"

Größe 50' x 10'

 Entfernung --

Barnard 170

Cep

21h57m00s

+58°50'00"

Größe 25' x 15'

 Entfernung --

Barnard 171

Cep

22h03m00s

+58°47'00"

Größe 25' x 15'

 Entfernung --

die Dunkelnebel Barnard 169, 170 und 171 liegen im Orion-Arm unserer Galaxis, wohl irgendwo zwischen 500 und 2.000 Lichtjahren entfernt - es handelt sich um den mit kleineren Öffnungen visuell markantesten Dunkelnebel-Komplex in Cepheus 

Bild rechts: CCD-Guide - Manfred Wasshuber

5" Doppelrefraktor - bei 60-fach ist B 170, der visuell deutlichste des Trios, klar nach Norden und Westen abgegrenzt, während die angrenzenden B 169 und B 171 einerseits den allgemein dunkel-nebligen Eindruck nach Süden und Osten verstärken, andererseits die Abgrenzung zum umgebenden Sternfeld in diese Richtung verunklaren - bei 90-fach wird auch die längliche Form von B 169 deutlich, B 171 bleibt schwer greifbar - B 169 und B 170 bilden eine Ellipse mit einer Sterneninsel in ihrer Mitte

10" Spiegel - bei 90-fach steht die Sterneninsel, die von B 169 und B 170 umfasst wird, klar abgegrenzt da - die Dunkel-Nebellandschaft zieht sich wunderbar wölkend weiter nach Osten, B 174 einschließend, bis der goldgelb strahlende ζ Cep (Zeta Cep) der Sache ein Ende setzt

Barnard 169-171

Barnard 174

Cep

22h06m42s

+59°10'01"

Größe 30' x 8'

 Entfernung 1.000 Lj.

Barnard 174 bildet wohl einen physikalisch zusammenhängenden Komplex mit B 169-171 im Orion-Arm unserer Galaxis - hier setzt der sogenannte "Cepheus Flare" (Cepheus Fackel) an, also ein Ausbruch aus der Milchstrasse, welcher sich fast bis Polaris zieht - sie ist schon mit bloßem Auge als weite Ausbuchtung aus der Milchstrasse zu erkennen, wobei die im Hintergrund in etwa doppelter Entfernung in gleicher Blickrichtung stehende und 10° messende Assoziation Cep OB2 diesen Eindruck einer Ausbuchtung wesentlich verstärkt - der relativ nahe und komplexe Cepheus Flare beherbergt eine Vielzahl von fotografisch ergiebigen Dunkelnebeln über eine weite Fläche von mehr als 15° am Himmel – dazu zählt beispielsweise der “Hai-Nebel” LDN 1235 (auch: VdB 155) 15° weiter nördlich von B 174, ein beliebtes Motiv anspruchsvoller Astrofotografen

Bild rechts: CCD-Guide - Bernhard Hubl

10" Spiegel - bei 90-fach springt B 174 ins Auge - der hübsche Doppelstern Struve 2872 erleichtert die Orientierung im Sehfeld, ebenso der sehr auffallende Sternmuster um 15 Cep - bis  ζ  Cep 1° südlich scheint es einen weiteren Dunkelnebel zu geben, dort ist jedoch nichts kartiert - insgesamt bildet das 2° große Dreieck zwischen  ζ  Cep, 15 Cep und B 170 eine faszinierende Nebellandschaft

Barnard 340

Barnard 340

Aql

19h48m43s

+11°24'00"

Größe 18' x 9'

 Entfernung --

nur 1° östlich vom berühmten Dunkelnebel Barnards E (B 142/143) steht ein weiterer unregelmäßiger und gebogener Dunkelnebel, der sich auf Fotos vom hellen Stern γ Aql gut 80' nach Norden zieht, aber nur der nördliche Ausläufer ist so verdichtet, dass er visuell erreichbar ist - zu einer Besonderheit machen den Dunkelnebel einige gleichhelle Sterne, die rund um ihn herum an seinen Rändern stehen und das Nebelgebiet sehr schön markieren

8" Spiegel - bei 30-fach bricht kaum Sternlicht durch diesen leicht rundlich wirkenden Nebel - 8 hellere Sterne sind rund um den Nebel herum sichtbar - bei 40-fach wirkt der Nebel leicht dreieckig und im Norden bricht ein Stern mit seinem Licht etwas durch

Barnard 340

Barnard 352

Cyg

20h57m12s

+45°52'58"

Größe 30' x 20'

 Entfernung --

12" Spiegel - bei 50-fach ist deutlich eine kompakte sternarme Region zu erkennen, die sich klar vom sternreichen Umfeld abhebt

Barnard 352

Barnard 353

Cyg

20h57m24s

+45°28'01"

Größe 15' x 10'

 Entfernung --

der Nebel kennzeichnet den nördlichen Rand des Nordamerikanebels - auf DSS-Aufnahmen zeigt sich dieser Nebel im Vergleich zum deutlich auszumachenden Barnard 352 recht unscheinbar, aber visuell zeigt er sich deutlich besser als es zu erwarten ist

12" Spiegel - bei 50-fach sehr auffällig und deutlicher sichtbar als der nur knapp nördlich liegende größere Komplex B 352 - der Dunkelnebel ist leicht länglich und endet jeweils zwischen zwei helleren Sternen - mit UHC wird der Dunkelnebel noch prägnanter und die Nordregionen von NGC 7000 erschließen sich einem unter völlig neuen Vorzeichen

Barnard 353

Barnard 356

Cyg

21h00m30s

+46°37'01"

Größe 40' x 25'

 Entfernung --

12" Spiegel - bei 50-fach sehr schön zu erkennen - das Dunkelgebiet schlängelt sich wie ein Tropfen durch eine Vielzahl von umgebenden Sternen - 4 hellere Sterne an den Rändern sind auffällig - mitten drin schimmern gut 20 schwäche Sterne durch, wovon einige eine schöne Kette nach Süden bilden - field sweeping erhöht den Effekt und zeigt die sternarme Region noch deutlicher

Barnard 356

Barnard 361

Cyg

21h12m13s

+47°23'23"

Größe 20' x 20'

 Entfernung 1.100 Lj.

ein Bok-Globul, das heißt ein besonders kompakter und dichter Dunkelnebel - neben B 34 in Auriga und B 5 in Perseus ist das hier eins der visuell markantesten Objekte dieser Art - fast kreisförmig und knapp 0,5° groß ist der Nebel besonders nach Süden und Osten gut von der Milchstraße abgegrenzt - ein FG reicht in der Regel, B 361 wird jedoch mit wachsender Öffnung immer interessanter

12" Spiegel - fachbei 40- der auffälligste der Barnardnebel in der Region nördlich von NGC 7000

- sehr kompakt

Barnard 361

LDN 648

Her

18h39m33s

+12°45'00"

Größe 15' x 5'

 Entfernung --

LDN 666

Her

18h40m46s

+15°03'00"

Größe 20' x 10'

 Entfernung --


Lynds' Dark Nebulae 648 und 666 sind Teile eines ausgedehnten Dunkelwolken-Komplexes, der sich 9° oberhalb der galaktischen Äquators befindet - der 6° lange und 1,5° breite Dunkelwolkenschlauch beginnt recht diffus im Norden in der Nähe des Sterns 111 Her und wird im Verlauf nach Süden prägnanter, der östliche Rand ist besonders deutlich - fotografisch geht die Milchstraße deutlich über diesen Dunkelwolkenschlauch nach Westen hinaus, was ihn auf Weitfeld-Fotos auffällig aber auch visuell lohnenswert macht, der Schlauch ist dennoch auf keiner gedruckten Karte verzeichnet - der nördliche Teil des Schlauchs ist nicht katalogisiert, weil die Opazität hier vermutlich zu gering ist - LDN 666 liegt im Zentrum des Schlauchs, und LDN 648 an seinem südlichen Ende - zwischen LDN 666 und 648 tragen fünf weitere Teile des Dunkelschlauchs Katalog-Bezeichnungen (LDN 665, 660, 659, 653, 650)

Bild rechts: DSS - stark aufgehellt und kontrastverstärkt

4" Refraktor - bei 15-fach wird dort, wo LDN 648 liegen soll, etwas Krischeliges sichtbar - den ganzen gut 3° NS ausgedehnten Dunkelwolkenkomplex im Gesichtsfeld und stark von Ost nach West über diese Stelle schwenkend wird deutlich, dass in dem Gebiet weniger und schwächere Sterne sichtbar sind, so dass sich der Eindruck eines dunklen Schlauchs verfestigt - je länger ich mir das Gebiet anschaue, desto prägnanter wird der Schlauch, der mit LDN 648 am Südende am deutlichsten sichtbar ist, beide LDN´s stechen aber nicht wirklich hervor - bei 25-fach werden bei LDN 666 leichte Strukturen sichtbar

5" Refraktor - bei 70-fach ist es leicht, den Schlauch über seine komplette Länge von 6 Grad zu verfolgen, zunächst etwas unbestimmt bei 111 Her beginnend, zuletzt sehr abrupt an einer auffälligen kleinen Kette von 4 Sternen an der Grenze zu Ophiuchus endend – der östliche Rand des Schlauchs ist viel ausgeprägter als der westliche Rand - insgesamt erinnert die Szenerie an den Zigarrennebel B 168 in Cygnus

12" Spiegel - bei 50-fach wiederholt sich (wie bei 4") bei LDN 648 diese eigenartige Struktur, jetzt schaut sie aus wie ein Geflecht, ähnlich den Kanälen in M 11 - die Stelle ist markant, aber nicht wirklich als Dunkelnebel greifbar - beim OW-Schwenken zeigt sich, dass die Region etwas sternleerer wirkt, aber nicht sehr auffällig - mehr war mit dieser Öffnung nicht herauszuholen, LDN 666 bleibt unsichtbar

LDN 648 und 666

LDN 889

Cyg

20h27m13s

+40°05'54"

Größe 90' x 20'

 Entfernung 4.500

der Dunkelnebel LDN 889 trennt die beiden Nebel IC 1318B/C (Schmetterlingsnebel) - der für die Anregung verantwortliche Klasse O9-Stern wird durch diesen Dunkelnebel verdeckt

Bild rechts: CCD-Guide - Konstantin von Poschinger

8" Spiegel - mit 8" und Hβ wird LDN 889 als dunkles Band zwischen den Emissionsnebeln sichtbar

LDN 889

LDN 935

Cyg

20h56m48s

+43°52'00"

Größe 150' x 40'

 Entfernung 2.000 Lj.

die bekannten Emissionsnebel NGC 7000 (Nordamerika) und IC 5076 (Pelikan) sind eigentlich nur Teile eines Nebelkomplexes namens Westerhout 80 (siehe auch Eintrag zu IC 5068, Cygnus Arc) - LDN 935 ist eine Staubwolke, welche direkt im Vordergrund von Westerhout 80 liegt und somit die visuelle Teilung des Emissionsnebels erzeugt - die Ionisierungsquelle welche Westerhout 80 zum Leuchten bringt, liegt genau hinter einer Ausbuchtung dieser dichten Staubwolke, nämlich im "Golf von Mexiko" - da die dahinterliegenden Emissionsnebel zu den leuchtkräftigsten am Himmel gehören, ist LDN 935 eine der am besten beobachtbaren Dunkelnebel am Himmel, sofern wir uns überhaupt vergegenwärtigen, dass wir hier einen Dunkelnebel sehen - die Ostflanke von LDN 935 ist scharf abgegrenzt, nach Norden und Süden läuft die Dunkelwolke visuell diffus aus, fotografisch schlingt er sich um den Kopf des Pelikans

Bild rechts: CCD-Guide - Manfred Wasshuber

6" Doppelrefraktor - bei Aufsuchvergrößerung + UHC & OIII - imposant und sehr plastisch zieht sich die Dunkelregion zwischen den beiden Emissionsnebeln entlang - atemberaubend und eines der Highlights dieser Nacht

LDN 935

LDN 961

Cyg

21h08m48s

+47°14'00"

Größe 40' x 20'

 Entfernung --

Edward Emerson Barnard kartierte diesen Dunkelnebel-Bereich in seinem 1927 posthum erschienenen "Photographic Atlas of Selected Regions of the Milky Way" als Fortsatz des Bok-Globuls B 361 - isDSA kartiert den Fortsatz als LDN 961, eigentlich enthält er jedoch eine ganze Reihe von LDN-Nummern, von denen der kleine LDN 961 der fotografisch wie auch visuell markanteste ist

5" Doppelrefraktor - bei 50-fach schmiegt sich eine Kette von kleinen Dunkelinseln an den östlichen Rand von Leiter 2 (Webb’s Hufeisen) - LDN 961 ist der Dunkelste dieser Inseln, eine knappe Hufeisen-Länge nordöstlich vom Hufeisen - die Sichtbarkeit verbessert sich bei Nutzung eines UHC-Filters

12" Spiegel - bei 50-fach ist eine Struktur erkennbar, die Ränder wirken eher diffus

LDN 961


Hintergrundbild © Endriko (Speedy) Siegismund