1. Dezember 2020 

 

Vom Dobsonfan zur Refraktorliebhaberin - der Astrowinter kann kommen

 

Vor etwas mehr als einem Jahr, am 8. August 2019, schaffte ich mein erstes Teleskop an. Meine Wahl war ein leichtgewichtiger und transportabler 6-Zoll-Dobson, der mir ein ganzes Jahr lang durch alle Jahreszeiten und viele, viele Sternbilder so viel Freude bereitet hat. Was ich mit diesem Gerät alles entdecken konnte, faszinierte mich so unglaublich!
Zufällig auf den Tag genau ein Jahr später, am 8. August 2020, warf ich den ersten Blick durch Renés ehemaligen 4-Zoll-Refraktor, den ich ihm abgekauft hatte. Ja, das war schon etwas Anderes! Haarfeine Sterne, so, wie man es mir oft erzählte. Aber wie sehr ich innerhalb von nur dreieinhalb Monaten zur unwiderruflichen Refraktorliebhaberin werden würde, hätte ich nicht erwartet! Der 4-Zöller zeigt mir genauso viel wie der 6-Zoll-Spiegel, verwöhnt mich dabei aber mit einem deutlich schärferen und genaueren Bild.

Das Foto zeigt den ersten Ausflug des Refraktors auf die Schwäbische Alb. Ich hatte weder eine Montierung noch ein Stativ, also wurde ich kurzerhand kreativ und befestigte den Refraktor an meiner Dobsonmontierung - das funktionierte für den Anfang erstaunlich gut.
Meine drei lautesten „Uiiii“-Momente waren, als ich das erste Mal mit dem Refraktor den Mond bis zur Höchstvergrößerung bestaunte; dann ganz klar, als ich den Doppelsternhaufen h & χ Persei  ansteuerte, denn auf einmal und zum ersten Mal strahlten mir mehr als eine Handvoll goldgelber Sterne entgegen und die nadelfeinen Sternpünktchen, die das Bild glasklar übersäten, waren kein, wirklich gar kein Vergleich zu meinem ehemaligen Spiegel! Was erwartet ihr nun als drittes Refraktorhighlight in meinem kurzen Astroleben? Na, die Planeten! Saturn hat ja wirklich eine Cassini-Teilung, ich kann sie nun auch endlich sehen :) An Jupiter erkenne ich wesentlich mehr Staubbandstrukturen und einen sehr eindeutigen roten Fleck und auch Mars präsentiert eine schöne Polkappe und etwas Struktur.
Mit wachsender Ungeduld erwarte ich jetzt in meinem zweiten Astrojahr den bevorstehenden Winter mit den aufsteigenden Sternbildern, die ich jetzt sozusagen noch einmal von Neuem erkunden kann!
Seid gespannt auf die neuen Zeichnungen, die in den nächsten Monaten entstehen werden :)

 

Sarah

 

Beobachtungen: 

Sternassoziationen - NGC 2174 (Gem OB1) / Arp-Galaxien - Arp 46Arp 86

Zeichnungen: 

Mathias - 

Sarah - Offene Sternhaufen: NGC 743, Mel 31 / Doppelsterne: STF 301


MUSTER:

Beobachtungen: Berkeley-Sternhaufen - / Arp-Galaxien - / King-Sternhaufen - / Planetarische Nebel - / Sternmuster und musterwürdige Sternhaufen - / Roslund-Sternhaufen  / Superthin-Galaxien - / Palomar-Kugelsternhaufen - / Sternassoziationen - / 2° & mehr - / Dunkelnebel - 

Zeichnungen: 
Mathias - Galaxien: M 51, M 95, NGC-4065-Gruppe, NGC 4236
Sarah - 

Eben schwirrte mir beim Schlafenbringen der Kinder noch eine Idee durch den Kopf. Bevor ich die vergesse, ein paar Notizen: Ich hab' so berufsbedingt den Hang zur Sprachwissenschaft, vielleicht muss man das für den Astroleser abspecken und vereinfachen. Da bräuchte ich mal die Meinung von anderen.
Nee, also je länger ich darüber nachdenke, desto mehr finde es "too much". Vielleicht kommt mir noch eine Idee, wie man sowas abgespeckt und einfacher präsentieren kann.

 

Ausflug in die neugriechische Astrosprache

 

Die meisten kennen die Herkunft mancher Wörter wie "Galaxie", das vom griechischen Wort für Milch (γάλα, sprich: gála) kommt, oder weiß vielleicht auch, was das Wort "Asterismus" steckt: αστέρι (astéri), was "Stern" bedeutet. Auch zu anderen Himmelsgebilden lassen sich einige Redewendungen und Wörter finden, die davon zeugen, dass sich das, was die Menschen am Firmament sehen konnten und können, in der Alltagssprache niederschlägt.

 

Himmel:
Wenn es aus Kübeln gießt, dann öffnen sich für den Griechen wörtlich betrachtet die Himmel: άνοιξαν οι ουρανοί (ánixan i uraní). 
Wer ein reines Gewissen und nichts zu befüchten hat, der ist im Griechischen ein klarer Himmel, der keine Angst vor Blitzen haben muss: καθαρός ουρανός αστραπές δεν φοβάται - katharós uranós astrapés den fowáte). So, wie wir Deutschen jemandem das Blaue vom Himmel versprechen können, verspricht man im Griechischen (meist ein Mann einer Frau) den Himmel mit seinen Sternen: τάζει τον ουρανό με τ'άστρα (tázi ton uranó me t'ástra).

 

Zum Mond gibt es in der Alltagssprache noch wesentlich mehr Begriffe und Wendungen, was vielleicht daran liegt, dass seine Erscheinung die Menschen schon seit jeder faszinierte und ihnen Rätsel aufgab:

Den Erdmond nennt man sowohl Σελήνη (selíni) als auch φεγγάρι (fengári, vom altgriechischen Wort φέγγω (féngo), das "scheinen" bedeutet). Die Monde von anderen Planeten nennt man nur selíni. 

Man sagt zu jemanden, der verträumt ist, dass er "vom Mond ergriffen" ist: φεγγαροπαρμένος (fengaroparménos). Auch das "Mondgesicht" gibt es exakt so im Griechischen (positive oder negative Bedeutung noch ermitteln): φεγγαροπρόσωπος (fengaroprósopos). Da auch die Griechen vor langer Zeit daran glaubten, dass die Menschen bei Vollmond einen gewissen Wahnsinn an den Tag legten, sagt man zu jemandem, der einen schlechten Tag hat, dass er "seine Monde hat": έχει τα φεγγάρια του (échi ta fengária tu).

 

Sonne:

Nicht nur im Altgriechischen, auch heute noch heißt die Sonne ο ήλιος (o ílios), das man als Wortbestandteil "helio-" kennt. Wie auch dem Deutschen sind dem Griechen manche Dinge sonnenklar: είναι ηλίου φαεινότερον (íne ilíu fainóteron). Im Deutschen lebt jemand hinter dem Mond, wenn er vom aktuellen Geschehen wenig weiß; im Griechischen lebt jemand hinter der Sonne, wenn er einsam und zurückgezogen ist: ζεί πίσω απ'τον ήλιο (zí píso ap'ton ílio). 

 

Sterne, Wolken und Planeten:

Jemand, der sich so richtig gemausert hat, ist ein Stern geworden: βγήκε αστέρι (wjíke astéri). Auch aus allen Wolken fällt der Grieche, wenn er unerwartet überrascht ist: έπεσε από τα σύννεφα (épese apó ta sínefa).

Zuguterletzt: Auf einem anderen Planeten kann auch ein Grieche leben: ζεί σε άλλον πλανήτη (zí se állon planíti).

 

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Gedankenfetzen zur griechischen Mythologie ...
Die Planeten haben auch im Griechischen die Namen zum Großteil von Göttern aus der Mythologie erhalten. Merkur: Ερμής (Ermís, Hermes, der Götterbote), Venus: Αφροδίτη (Aphrodite, Göttin der Liebe und Schönheit), Erde passt da nicht rein Γή (Jí, kennt man aber als Wortbestandteil "geo-"), Mars: Άρης (Áris, Ares, der Gott des Krieges), Jupiter: Δίας (Días, neugriechisch für den Göttervater Zeus), Saturn: Κρόνος (Krónos, ein Titan der griechischen Mythologie, außerdem Sohn des Uranos und später Vater des Zeus), Uranus: ganz ähnlich Ουρανός (Uranós, neugriechisch für "Himmel") und Neptun: Ποσειδώνας (Posidónas, Poseidon, der Gott des Meeres, vielleicht, weil Neptun blau wie das Meer erscheint? keine nähere Info dazu gefunden).

 

Interessant ist, dass in den romanischen Sprachen wie Französisch und Italienisch die Wochentage zum Großteil nach den Gebilden unseres Sonnensystems benannt sind, im Griechisch jedoch überhaupt kein Bezug vorhanden ist.

Hier, René, zum Drüberlesen, mir ist neulich aufgefallen, dass ich ja doch ziemlich viele Beobachtungen bei den Sternmustern habe, die es hier gibt. Bis du mir da blind vertraust, lasse ich dich vorher mitlesen. Sind auch noch nicht alle, ich suche die nach und nach zusammen und mache das dann irgendwann im Dezember fertig:

 

Lorenzin 1: 4''-Refraktor - Stadthimmel - bei 70-fach ganz schwach erkannt, allerdings leider nicht den dreieckig geformten "Kopf", lediglich eine sehr gerade und eher schwache Sternkette bei; bei 140-fach sind die Sterne schon beinahe zu dunkel, um Genaueres zu erkennen

 

Lorenzin 4: 4''-Refraktor - Stadthimmel - das Sternmuster ist schon bei 25-fach erkennbar und sieht auch wie zwei geschwungene Bögen aus, bei 50-fach geht der geschwungene Charakter verloren, da das Muster nur noch knapp ins GF

passt

-> du sagtest, nur gerade Zahlen bei Vergrößerungen, was mache ich dann mit 25-fach? Oder darf das bleiben?

 

FSR 667: 4''-Refraktor - Stadthimmel - ein sehr kleiner OS, der erst ab 70-fach überhaupt sichtbar wird, die Sterne sind alle recht schwach, sodass das flache S nicht vollständig und nur schwierig zu sehen ist

 

Pi-Mo 1

 

Roslund 3

 

Flying Minnow (Mel 31)

 

HM 5


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Hintergrundbild © Endriko (Speedy) Siegismund