+++ Muster +++

 

Beobachtungen:  Sternmuster & musterwürdige Sternhaufen - Lorenzin 3 (neu) / Dunkelnebel - Barnard 92, Barnard 93 (neu) / 

Zeichnungen: 
Mathias - 
Sarah - 


Idee für 1. Januar

 

Heute vor 5.000 Jahren

 

Naja, ungefähr zumindest. Aus dem dritten Jahrtausend vor Christus stammen schon zahlreiche schriftliche Aufzeichnungen über Sternbilder und astronomische Phänomene aus Ägypten, Mesopotamien, Mittelamerika und China. In China wurde zum Beispiel die erste Sonnenfinsternis aufgezeichnet. Aus dem alten Ägypten weiß man von zwölf Nachtsternen (also solchen, die nicht unter dem Horizont verschwinden) und von der Aufzeichnung vieler Sternbilder, die die Sterne einiger Götter enthielten, die aber nicht mit unseren heutigen Sternbildern übereinstimmen. In Mesopotamien nutzte man Tontafeln, auf denen äußerst präzise Messreihen und die heliakischen (also in der Morgendämmerung stattfindenden) Aufgänge der Sternbilder am Himmel aufgezeichnet wurden.

 

Heute vor 1.000 Jahren

Die ersten Sternwarten entstanden schon, in Bagdad und Kairo. Außerdem beschrieb der persische Astronom Al-Sufi unsere Lieblingsnachbargalaxie Andromeda – was sich erst viele Jahrhunderte später durch Seefahrer wiederholte!

 

Heute vor 500 Jahren

Galileo Galilei, Nikolaus Kopernikus, Tycho Brahe, Johann Bayer, Johannes Kepler. So viele bekannte Namen von hellen Köpfen, die im 16. Jahrhundert und kurz danach für Entdeckungen sorgten, die bis heute bekannt sind.
Der Horizont erweiterte sich: Sprichwörtlich und wörtlich, denn mit Galilei begann die Teleskopbeobachtung - jeder kennt die Galileischen Monde! Das heliozentrische Weltbild fand dank Kopernikus seinen Platz in unserer Welt. Brahe revolutionierte das Wissen über den Fixsternhimmel mit seiner Beobachtung einer Supernova im Sternbild Kassiopeia. Der erste Himmelsatlas, der die gesamte Himmelskugel abdeckte, entstand dank Bayer: die bis heute bekannte Uranometria (übrigens aus dem Griechischen „uranós“, dt. Himmel und „metría“, dt. messen). Der fast gleichaltrige Kepler beschrieb die Planetenbewegungen um die Sonne, die bis heute als die Keplerschen Gesetze bekannt sind.

 

Heute und bis in einem Jahr

Welch faszinierende und berauschende Freude, die wir Hobbyastronomen inzwischen miteinander teilen dürfen – von unserer Heimatgalaxie bis in die undenkbarsten Tiefen des Weltalls können wir unseren Blick schweifen lassen!
Auch wenn ihr meint, pünktlich zum neuen Jahr herauszufinden, was es Spannendes zu entdecken gibt, müssen wir euch auf die Nase binden: Das astronomische Jahr 2022 hat schon angefangen, als die meisten von uns noch gemütlich beim Frühstück darüber sinniert haben, wie der diesjährige Jahreswechsel wohl aussehen möge – nämlich am 31. Dezember um 9.41 Uhr! Genau dann erreicht die Sonne nämlich ihre Startposition eines neuen Jahres ;)
Aber lieber spät als nie, deshalb freuen wir uns gemeinsam auf eine Mondfinsternis am 16. Mai, die wir zumindest zur Hälfte beobachten können, eine partielle Sonnenfinsternis am 25. Oktober, eine Marsopposition am 8. Dezember, bei der zu allem Überfluss auch noch der Vollmond unseren kleinen, roten Nachbar bedeckt. Und natürlich unverändert schön, kniffelig, funkelnd, manchmal offensichtlich und manchmal erfolglos: unsere beliebten Deep-Sky-Objekte!

 

Idee für Winter/Frühjahr:

 

Ausflug in die deutsche und neugriechische Astrosprache

 

Die meisten kennen die Herkunft mancher Wörter wie "Galaxie", das vom griechischen Wort für Milch (γάλα, sprich: gála) kommt, oder weiß vielleicht auch, was im Wort "Asterismus" steckt: αστέρι (astéri), was "der Stern" bedeutet. Auch zu anderen Himmelsgebilden lassen sich einige Redewendungen und Wörter finden, die davon zeugen, dass sich das, was die Menschen am Firmament sehen konnten und können, in der Alltagssprache niederschlägt.

 

Himmel:
Wenn es aus Kübeln gießt, dann öffnen sich für den Griechen wörtlich betrachtet die Himmel: άνοιξαν οι ουρανοί (ánixan i uraní). Wer ein reines Gewissen und nichts zu befürchten hat, der ist im Griechischen ein klarer Himmel, der keine Angst vor Blitzen haben muss: καθαρός ουρανός αστραπές δεν φοβάται - katharós uranós astrapés den fowáte). So, wie wir Deutschen jemandem das Blaue vom Himmel versprechen können, verspricht man im Griechischen (meist ein Mann einer Frau) den Himmel mit seinen Sternen: τάζει τον ουρανό με τ'άστρα (tázi ton uranó me t'ástra).

 

Zum Mond gibt es in der Alltagssprache noch wesentlich mehr Begriffe und Wendungen, was vielleicht daran liegt, dass seine Erscheinung die Menschen schon seit jeder faszinierte und ihnen Rätsel aufgab:

Den Erdmond nennt man sowohl Σελήνη (selíni) als auch φεγγάρι (fengári, vom altgriechischen Wort φέγγω (féngo), das "scheinen" bedeutet). Die Monde von anderen Planeten nennt man nur selíni. 

Man sagt zu jemanden, der verträumt ist, dass er "vom Mond ergriffen" ist: φεγγαροπαρμένος (fengaroparménos). Auch das "Mondgesicht" gibt es exakt so im Griechischen (positive oder negative Bedeutung noch ermitteln): φεγγαροπρόσωπος (fengaroprósopos). Da auch die Griechen vor langer Zeit daran glaubten, dass die Menschen bei Vollmond einen gewissen Wahnsinn an den Tag legten, sagt man zu jemandem, der einen schlechten Tag hat, dass er "seine Monde hat": έχει τα φεγγάρια του (échi ta fengária tu).

 

Sonne:

Nicht nur im Altgriechischen, auch heute noch heißt die Sonne ο ήλιος (o ílios), das man als Wortbestandteil "helio-" kennt. Wie auch dem Deutschen sind dem Griechen manche Dinge sonnenklar: είναι ηλίου φαεινότερον (íne ilíu fainóteron). Im Deutschen lebt jemand hinter dem Mond, wenn er vom aktuellen Geschehen wenig weiß; im Griechischen lebt jemand hinter der Sonne, wenn er einsam und zurückgezogen ist: ζεί πίσω απ'τον ήλιο (zí píso ap'ton ílio). 

 

Sterne, Wolken und Planeten:

Jemand, der sich so richtig gemausert hat, ist ein Stern geworden: βγήκε αστέρι (wjíke astéri). Auch aus allen Wolken fällt der Grieche, wenn er unerwartet überrascht ist: έπεσε από τα σύννεφα (épese apó ta sínefa).

Zuguterletzt: Auf einem anderen Planeten kann auch ein Grieche leben: ζεί σε άλλον πλανήτη (zí se állon planíti).

 


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Hintergrundbild © Endriko (Speedy) Siegismund