1. August 2019

Beobachtungen: Berkeley Sternhaufen - Be 58Sternmuster und musterwürdige Sternhaufen - Lorenzin 2, Stock 7 (neu) /


MUSTER:

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Zeichnungen:  Mathias - Galaktische Nebel  / Galaxienhaufen -  / Offene Sternhaufen -


Dezember 2019

Schief unter dem Stiertorso geneigt steht er selbst, Orion. Wer den, in einer klaren Nacht hoch hingebreitet, übergeht, der soll nicht hoffen, anderswo mit dem Blick zum Himmel noch Vorzüglicheres anschauen zu können.

Aratus von Soloi: Phainomena, ca. 250 vor Christus

 

Das älteste mit dieser Sternanordnung in Verbindung gebrachte Bild ist eine 32.000 Jahre alte in Mammutbein geschnitzte Darstellung, die in einer Höhle im Achtal bei Blaubeuren gefunden wurde. Da die Sterngruppe den Himmelsäquator überspannt, ist sie von überall auf der Erde zu sehen. Kulturen in aller Welt haben ihre jeweils eigenen Deutungen. Die Griechen und Römer sahen hier den Himmelsjäger Orion. 

Die Inuit Alaskas sehen ebenfalls eine Jagdszene, doch ganz anders: was bei den Griechen die Gürtelsterne der schreitenden Figur (Delta, Epsilon und Zeta) sind, betrachten die Inuit als drei Jäger, die zu einem Eisbären hinlaufen. Der Eisbär, Aldebaran, ist schon umstellt von den Hunden der Jäger, die Hyaden.

Die von Aratus betonte Vorzüglichkeit des Orion hat handfeste astrophysikalische Gründe. Erstens schauen wir hier aus dem Inneren des Lindbladrings von Sternentstehungsgebieten zum aktivsten Teil des Rings. Dieser ist die Sternassoziation Orion OB1. Die Schultersterne Beteigeuze und Bellatrix (Alpha und Gamma) sind zwar Vordergrundsterne ohne Bezug zu Orion OB1, doch die meisten anderen mit bloßem Auge sichtbaren Sterne gehören zur Assoziation. Zweitens kippt der Lindbladring an dieser Stelle um ca. 15° aus der galaktischen Scheibe (also aus der Milchstraße) heraus. Somit fehlt hier der Vordergrundstaub der Galaxis, der die Assoziation sonst abdunkeln würde. Aus diesen beiden Gründen strahlt der Orion so vorzüglich.

Auch die mit Ori OB1 verbundenen Emissionsnebel verleihen dem Orion weitere Eindrücklichkeit, im Fernrohr allemal und sogar schon mit bloßem Auge. Der große Orionnebel M 42 ist dafür ein Paradebeispiel. Barnards Loop, ein Teil der Hülle der Assoziation Ori OB1, kann unter optimalen Bedingungen mit bloßem Auge ausgemacht werden und ist mit den richtigen Filtern im Fernglas absolut zugänglich. In unserer Rubrik 2° und mehr spekulieren wir darüber, dass eventuell zu Urzeiten der mit dem Kopf des Orion verbundene Emissionsnebel Sh 2-264 mit bloßem Auge zu sehen war. Heute ist er jedenfalls eine schöne beobachterische Herausforderung.

Die besagten dichten Gas- und Staubwolken von Ori OB1, die auf tiefen Fotos in beeindruckender Weise das gesamte Sternbild erfüllen, schirmen ihrerseits den Hintergrund - auch den außergalaktischen Hintergrund - weitgehend ab. Darum ist der Orion arm an sichtbaren externen Galaxien.


Mai 2020 - Noctua, die Nachteule, war ursprünglich ein Sternbild mit ähnlichen Dimensionen wie Corvus, der Rabe. Sie saß wie dieser auf dem Rücken der Wasserschlange (Hydra), nur zwei Stunden weiter in Rektaszension und somit am äußersten Ende des Schwanzes jener Schlange.

Der Brite Alexander Jamieson führte das Bild 1822 in seinem Celestial Atlas ein. Zur Begründung führte er an, dass es merkwürdig sei, dass es keine Eule am Himmel gäbe, bedenke man die Häufigkeit, mit der Eulen auf allen Ägyptischen Monumenten zu finden seien.

Schon ab Mitte des 19. Jahrhunderts verschwand der Vogel wieder aus den Atlanten. Seine Sterne wurden unter Libra, Virgo und Hydra verteilt. Und doch blieb ein Widerhall, denn noch 1978 schrieb Burnham in seinem Celestial Handbook "Der Verlust dieses kleinen Bildes mag der Astronom bedauern, denn kein anderes Geschöpf am Himmelszelt würdigt in so angemessener Weise seine Tätigkeit."

Gelegentlich nehmen moderne Amateurastronomen noch Bezug auf "Noctua" oder auch "Asterism a" (die Herkunft jener Bezeichnung ist uns nicht bekannt). Damit ist aber nur jener Teil der Eule gemeint, der in Jamiesons Bild die Füße des Vogels darstellte. Er beeinhaltet die Sterne 4 Librae und 54–57 Hydrae, die im Fernglas einen markanten Haken abgeben. Wir können konstatieren, dass die Situation mit jener von Poniatowskis Stier ganz ähnlich ist: Zuerst war das ein ausgewachsenes Sternbild, das dann auf seinen markantesten Teil reduziert wurde.

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Hintergrundbild © Endriko (Speedy) Siegismund