Gem OB1

Indiana Jones und der Tempel des Todes

SB: Gemini & Orion

06h10m00s

+22°00‘00“

Größe: 6° x 4°

Entfernung: 5.000 Lichtjahre

Die Sternassoziation Gem OB1 liegt im Perseus-Arm der Galaxis. Die Mitte von Gem OB1 liegt bei ca. 189° galaktischer Länge und +1° galaktischer Breite - Ausdehnung 187° bis 191° galaktischer Länge und -2° bis +4° galaktischer Breite.

Gem OB1 Assoziation
Bild: Capella Observatory - Dr. Stefan Binnewies & Josef Pöpsel

Die älteste Untergruppe und reichstes Sternfeld der Assoziation ist der Offene Sternhaufen Collinder 89. Ebenfalls hier am nordöstlichen Rand der Assoziation liegt der Supernovarest IC 443, welcher aus der Explosion eines Mitglieds von Gem OB1 stammt, sowie der mit IC 443 interagierende Emissionsnebel IC 444 (Sh 2-249). Die jüngste Untergruppe ist der Affenkopfnebel NGC 2174 (Sh 2-252, im Gebiet des Orion) mit den eingebetteten Offenen Sternhaufen NGC 2175 und Pismis 27, der mit ca. 6.000 Lichtjahren Abstand zu uns im Hintergrund der Assoziation gelegen ist.

Die Umgebung wird durch umliegenden Staub abgedunkelt, dadurch erscheint der Affenkopfnebel deutlich abgegrenzt von der Milchstraße. Eine dritte Untergruppe besteht aus veränderlichen Roten Überriesen westlich von η Gem (Propus), darunter BU Gem, der besonders gut zu beobachten ist. Der südwestliche Rand der Assoziation wird von seinem hellsten Stern markiert, dem B2-Überriesen χ-2 Orionis in Orions hochgehaltener Keule. Da der nordöstliche Rand ebenfalls klar markiert wird, nämlich vom OS Collinder 89, kann das Himmelsareal von Gem OB1 gut in einem Fernglas mit mindestens 6° GF erfasst werden. 

Beobachtung der visuell interessanten Objekte:

Collinder 89

OS

06h18m00s

+23°37'59"

sichtbar ab: FG

Größe: 60' x 60'

hellster Stern: 5m7

der Sternhaufen ist das sternreichste Feld dieser Assoziation, welche visuell insgesamt erheblich durch Staub im Vordergrund abgeschwächt wird - eigentlich ist der 15 Mitglieder zählende Haufen ein reines Fernglasobjekt, aber auch für kleine Teleskope ein lohnendes Ziel

FG 18x70 - der Haufen macht einen sehr unregelmäßigen Eindruck - die besonders hellen Sterne im Nordosten bilden eine Drachenraute - dann fallen noch einige Sterne im Süden auf, die sich angeordnet wie eine Schlängellinie durch den Haufen ziehen

4"-Refraktor - bei 20-fach passt der Haufen gut in das 4° große Gesichtsfeld - dabei zeigt sich ein sehr loser Haufen mit einer markanten Sternkette, die aussieht wie eine heruntergezogene Schnute - insgesamt ist er nur bedingt als Sternhaufen erkennbar

IC 443

GN

06h18m03s

+22°39'36"

sichtbar ab: 8"

Größe: 50' x 40'

Helligkeit: 12m0

der Quallennebel besteht aus drei sphärischen Blasen - der markanteste Teil ist ein Fragment der mittleren Blase von 33‘ Ausdehnung - der Nordosten des Nebels ist deutlicher sichtbar, weil die Schockwelle hier auf die Molekülwolken der nahen HII-Region IC 444 trifft, ein markantes Beispiel einer Interreaktion zwischen SNR und GN

Bild rechts: CCD Guide, Manfred Wasshuber

Zeichnung unten: Mathias Sawo

8"-Spiegel -  bei 40-fach und mit [OIII] ist der Nebel indirekt nur recht schwach erkennbar

12"-Spiegel - bei 50-fach und [OIII] zeigt sich der Nebel deutlich als gebogene Aufhellung, in welche einige Sterne eingebettet sind - es handelt sich um den hellsten Teil von IC 443 im Nordosten - von Süden her ist noch eine Einkerbung sichtbar, die den Nebel an einen Angelhaken erinnern lässt

IC 443

NGC 2174

GN

06h09m43s

+20°30'00"

sichtbar ab: 4"

Größe: 40' x 30'

Helligkeit: 6m9

der Affenkopfnebel ist ein wenig bekannter Emissionsnebel, der dennoch lohnenswerter ist als viele der bekannteren Galaktischen Nebel

Bild rechts: CCD-Guide, Günter Kerschhuber

Zeichnungen unten: Mathias Sawo mit 10" und mit 18"

FG 8x30 - stativgestützt - ohne Filter ist indirekt sofort ein diffuser Nebel um einen hellen Stern erkennbar - er läuft nach Westen am weitesten aus, der Osten wirkt etwas besser begrenzt

FG 7x45 - Vorstadthimmel - ohne Filter ein diffuser Eindruck von Nebligkeit um den zentralen Stern HD 42088 (7m6) - so diffus, dass ich die Grenzen nicht mit Bestimmtheit charakterisieren konnte - aber definitiv vorhanden

FG 8x56 - Vorstadthimmel - mit [OIII] auf beiden Okularen ein heller, kompakter Nebel, ca. 10‘ Durchmesser - mit UHC ebenfalls auffallend, aber viel schwächer

FG 10x42 - mit UHC vor den Objektiven ist der Nebel ein auffallender, kleiner Ball, etwas über 10' groß - Umriss nicht gut zu fassen - Wechsel von breitbandigeren zu engbandigeren UHC-Typen vorteilhaft, Wechsel zu [OIII] erhöht den Kontrast, aber verkleinert den Nebel

FG 10x50 - ohne Filter ist um den hellen Stern ein längliches, NS-ausgedehntes Glimmen erkennbar, mit größter Helligkeit leicht westlich des Sterns, östlich des Sterns ist nichts zu erkennen - mit 2x Hβ vor den Objektiven wird der Nebel größer und runder, nun auch mit ordentlicher Ausdehnung östlich des Sterns, NGC 2174 ist gleichmäßig hell, die Ränder wirken diffus - mit 2x UHC vor den Objektiven zeigt sich ein heller, diffuser Nebel, östlich des Nebels ist wie bei filterloser Beobachtung wieder etwas weniger zu erkennen, also der östliche Nebelteil ist schmaler als bei Hβ-Nutzung

FG 15x70 handgehalten, mit UHC über die volle Frontöffnung - Vorstadthimmel, Assoziationsmitglied χ2 Ori (4m6) 1° westlich des Nebels ist mit bloßem Auge gerade so auszumachen - beim Herumschwenken ist ein amorpher Nebel von 2/3 Vollmondgröße direkt auffällig - der westliche Rand wirkt leicht eingedellt - der helle Stern sitzt deutlich nach Südosten außermittig im Nebel - dies ist in bemerkenswertem Gegensatz zum Umriss des Nebels im isDSA, der den Stern am westlichen Rand des Nebels zeigt

FG 16x70 - der Nebel zieht sich wie eine Sichel östlich um einen hellen Stern - indirekt ist eine helle Scheibe erkennbar - mit UHC & [OIII] hinter den Okularen wird der Nebel dann sehr eindeutig, er ist sehr hell und seine Ausdehnung gen Osten nimmt zu, wo er eher hart begrenzt erscheint, während die Westflanke diffus schimmert

4"-Refraktor - bei 30-fach mit UHC ist der GN gut zu sehen, homogen hell

8"-Spiegel - wieder mit UHC zeigt er sich deutlich mit diffus auslaufenden Rändern - bei 90-fach werden erste Helligkeitsunterschiede wahrnehmbar

14"-Spiegel - bei 40-fach und UHC sind die Ränder sehr unterschiedlich erkennbar, die Westflanke scheint insgesamt definierter - bei Steigerung der Vergrößerung zeigt der Nebel eine völlig andere, viel verfranstere Form - ein sehr schönes Objekt

NGC 2175

OS

06h09m39s

+20°29'13"

sichtbar ab: FG

Größe: 18' x 18'

hellster Stern: 7m6

der Sternhaufen ist vor allem wegen des kurzlebigen Sterns HD 42088 vom Spektraltyp O6 interessant, der für die Ionisation des Gases von NGC 2174 verantwortlich ist - dieser hat eine Helligkeit von 7m6 und eine sehr hohe Temperatur von annähernd 40.000 Kelvin, was einer Leuchtkraft von 8.200 Sonnen entspricht - der von ihm dominierte Sternhaufen kann demnach höchstens fünf Millionen Jahre alt sein und gilt als jüngster Haufen der Assoziation Gem OB1 - der beste Eindruck des losen Sternhaufens entsteht in kleinen Instrumenten mit geringer Vergrößerung

FG 10x50 - nördlich des hellen Sterns sind indirekt ein paar schwache Vertreter des Haufens auszumachen

4"-Refraktor - bei 35-fach leuchtet direkt nordöstlich des Sterns HD 42088 zart ein 4' x 8‘ großes Fragezeichen auf – mit seitenrichtig und aufrecht abbildender Optik ist auch das Fragezeichen seitenrichtig und aufrecht - ich nenne es bei mir „Das Fragezeichen des Affen“

Pismis 27

OS

06h10m55s

+20°36'54"

sichtbar ab: FG

Größe: 4' x 4'

hellster Stern --

der junge Haufen wird mitunter wegen seiner Lage am nordöstlichen Rand des Affenkopfnebels NGC 2174 auch NGC 2175s genannt, wobei das "s" small heißt (in Johannes Bayers "Uranometria" wird er mit 2175.1 bezeichnet)  - visuell ist der Haufen markanter als NGC 2175, der größere OS im Zentrum des Affenkopfnebels - Pismis 27 liefert deshalb eine gute „Markierung“ des Affenkopfnebels in kleinen Instrumenten oder unter Bedingungen, die den eigentlichen Nebel nur schwer offenbaren

FG 10x50 - der Haufen ist als Verdichtung sichtbar

Pismis 27


Hintergrundbild Copyright © Michael Vlasov