Sternmuster von L-Z

Leiter 1

Gem

06h36m54s

+24°11'23"

Größe 5,6' x 0,5'

Hellster Stern 8m9

Mitglieder --

Frank Leiter entdeckte dieses Muster im Jahr 1997 während der Suche nach dem Planetarischen Nebel Minkowski 1-7 - das Muster steht nur 12' nordwestlich von diesem PN - er nannte es bedeutungsvoll "The Edge" - östlich des 8m9 hellen Sterns HD 46865 (PPM 96246) zieht sich eine wilde Linie von acht schwächeren Sternen 12. und 13. Größenklasse, die insgesamt den Eindruck einer Klinge hinterlassen - dieses Muster wurde ebenfalls von Dave Kratz beschrieben und ist in der amerikanischen Literatur als Kratz´s Cascade bekannt

12" Spiegel - bei Aufsuchvergrößerung zeigt sich ein zarter Schimmer mit einem helleren Stern an seine westlichen Ende - bei 70-fach werden die  Sterne zumindest indirekt alle sichtbar und der Kaskadeneindruck ist gut nachvollziehbar - bei 160 sind alle Mitglieder direkt klar erkennbar

Leiter 1

Leiter 2

Cyg

21h07m47s

+47°14'28"

Größe 14' x 10'

Hellster Stern 7m3

Mitglieder --

auch Webbs Hufeisen - das Muster ist eins der schöneren und wurde schon im 19. Jahrhundert von T.W. Webb beschrieben - moderne Beobachter sehen eher eine Ellipse oder ein Ei als ein Hufeisen - das SM ist gut 20' südöstlich des markanten orangen Sterns 63 Cyg zu finden

FG 10x42 - nur die drei hellsten Sterne zu sehen, die anderen sind zu schwach

FG 10x50 - der westliche Bogen wird als erstes sichtbar und zwei drei Sterne blitzen immer wieder indirekt hervor - mit etwas Geduld wird indirekt der gesamte südliche Bogen bis zum östlichen hellen Stern als zarte feine Linie schwach sichtbar - von dem in Teleskopen sichtbaren schwächeren nordöstlichen Bogen blitzt nordöstlich ein Stern schwach hervor, dieser Bogen selbst bleibt unsichtbar - dennoch eine schöne Erfahrung

FG 25x80 - hier wirkt das Muster prachtvoll

12" Spiegel - bei 40-fach ist das Muster trotz des reichen Sternumfeldes sofort zu erkennen - die Sternketten ziehen mitunter doppelt ihren Weg - auf mich wirkt das Ganze wie ein Hufeisen und durch die leichte Verzerrung etwas weggeneigt bzw. schon fast dreidimensional

Leiter 2

Leiter 3

Cep

04h28m50s

+83°56'38"

Größe 18' x 7'

Hellster Stern 5m5

Mitglieder --

The Gallow - eine von elf Entdeckungen von Frank Leiter aus seinem 16 Objekte umfassenden Stermuster-Katalog - das Muster ist nur 5° entfernt von Polaris zu finden - auffälligster Punkt und das obere Ende des Galgens ist der 5m5 helle Stern V408 Cep - von ihm aussehend bilden gut ein Dutzend Sterne 9. und 10. Größenklasse das Gebälk und am anderen Ende steht ein 7m3 heller Stern für das untere Ende

FG 10x50 -  leider nicht erkennbar - die Sterne sind zwar weitestgehend auszumachen, aber ein Muster ergibt sich daraus noch nicht

8" Spiegel - bei 20-fach schimmern die schwächeren Sterne zwischen den beiden hellen Sternen schon leicht - bei 40-fach wird das Muster schön sichtbar und alle Sterne direkt erkennbar - die Galgen-Konstruktion erschließt sich gut

10" Spiegel - bei 60-fach ist das Muster sofort auffallend – allerdings fasse ich den Knick zum 7m3 hellen Stern und auch jener Stern nicht als Teil des Musters auf – für das Bild des Galgens ist vielmehr entscheidend, dass die Strebe zwischen Pfosten und Holm vorhanden ist – das ist sie klar – schaurig

Leiter 3

Leiter 4

Sge

20h01m08s

+20°02'23"

Größe 8' x 4'

Hellster Stern --

Mitglieder --

eine der eigenen Entdeckungen von Frank Leiter - leicht nördlich zwischen η Sge und γ Sge (beide Sterne markieren die Spitze des Pfeils) steht der 6m5 helle Stern PPM 110215 - von diesem nach Nordosten ausgehend bilden einige Sterne 10. und 11. Größenklasse einen 8' großen Piratenhaken

8" Spiegel - bei 30-fach sind alle Sterne der geschwungenen Sternkette direkt sichtbar und der Haken gut nachvollziehbar

12" Spiegel - bei 60-fach bilden 9 Sterne den Haken - der Ansatz des Hakens am hellen Stern ist nicht eindeutig, weil es mehrere hellere Sterne in der Umgebung gibt - denkt man sich diese Sterne aber weg, ergibt das ein schönes Bild

Leiter 4

Leiter 5

Aql

19h33m30s

+11°41'22"

Größe 9' x 4'

Hellster Stern 11m4

Mitglieder --

Entdecker sind Klaus Spruck und Stefan Schuchhardt - viele dicht gedrängte 11 bis 13 mag schwache Sterne bilden eine 9' lange Nordsüd ausgerichtete Reihe - eine kleinere Linie von ebenso dicht stehenden Sternen überquert diese - beide Linien bilden zusammen ein Schwert - die Sterne stehen dabei so dicht, dass das Schwert schön neblig schimmert

8" Spiegel - bei 60-fach zeigt sich ein feiner zarter länglicher Schimmer, aber ohne klare Konturen - bei 90-fach zeigt sich dann des komplette Schwert zart schimmernd, aber recht schwach - der Knauf ist gut zu erkennen und besteht aus drei direkt sichtbaren Sternen - das Muster ist mit dieser Öffnung aber noch nicht sehr eindrucksvoll

10" Spiegel -  bei 110-fach fällt zuerst der nur 12 Bogenminuten nördlich gelegene Alessi-Haufen Al J1933.7+1147 auf, kastenförmig mit einem halben Dutzend Sternen - dann tritt aber nach kurzem Schauen das Schwert vollständig hervor - drei Sterne bilden den Knauf, hübsch! - was mag im Kasten sein oder ist er leer, sind Kasten und Schwert Grabbeigaben oder noch in Benutzung? - Fragen über Fragen …

12" Spiegel - bei 40-fach zeigen sich die Schwertklinge und die Parierstange wie ein feiner Kreidestrich - drei Sterne im Süden bilden den Knauf - bei 70-fach wird das Schwert noch deutlicher, die Sternzahl ist schwer abschätzbar - bei 160-fach bleibt der Schimmer erhalten und viele Sterne werden direkt sichtbar, in der Parierstange treten 6 Sterne deutlicher hervor - im Knauf entpuppt sich einer der drei Sterne als doppeltes Lottchen - sehenswert ... ach was, das Muster zählt jetzt zu den Top 3 bei mir ;-) ... aber 12" sollten es mindestens sein

Leiter 5

Leiter 6

Her

16h46m33s

+47°49'15"

Größe 1,6' x 0,4'

Hellster Stern 9m9

Mitglieder 6

Hercules Box - 6 Sterne mit Helligkeiten zwischen der 10. und 12. Größenklasse bilden ein kompaktes Rechteck - das Muster steht nur ein halbes Grad nördlich des schönen Kugelsternhaufens NGC 6229

8" Spiegel - bei 40-fach zeigt sich eine auffällig längliche Verdichtung, bewirkt durch drei sichtbare Sterne an der SW-Kante - die NO-Kante ist noch nicht existent - bei 90-fach werden alle 6 Sterne gut sichtbar und der Eindruck einer Box nachvollziehbar, wobei die NO-Flanke recht schwach ist

12" Spiegel - bei 40-fach ist die Sterngruppe leicht neblig erkennbar - bei 70-fach passen das SM und der KS NGC 6229 noch schön in das Gesichtsfeld und alle 6 Sterne der Herkules Box sind gut erkennbar - bei 160-fach wird die Box noch deutlicher und im Nordwesten zeigt sich schön getrenntes Sternpaar

Leiter 6

Leiter 7

Cyg

22h01m43s

+52°58'02"

Größe 2' x 0,6'

Hellster Stern 9m3

Mitglieder 7

Cygnus Box - nach der Hercules Box ein weiteres kastenförmiges Muster im Katalog von Frank Leiter - diese Konstellation wurde 1997 von ihm beschrieben - der Vergleich mit Leiter 6 zeigt erstaunliche Ähnlichkeiten hinsichtlich der Größe und der Seitenverhältnisse - fünf Sterne haben Helligkeiten zwischen der 9. und 11. Größenklasse, auf der nördlichen längeren Seite stehen zudem zwei schwächere 13 mag helle Sterne - zu finden ist das Sternmuster im Dreiländereck Cepheus, Lacerta und Cygnus, wobei die Suche von Cepheus ausgehend am leichtesten ist - es steht nur knapp 2° südlich des recht auffälligen Sternhaufens NGC 7175

12" Spiegel - bei 40-fach ist der Kasten schon kompakt erkennbar, das Muster ist aber nicht auffällig im Feld - bei 70-fach zeigen sich dann 6 Sterne wie eine Würfel 6 - der mittlere Stern der Ostflanke steht ein wenig ab - bei 160-fach kann der westliche Eckstern in zwei Komponenten getrennt werden

Leiter 7

Leiter 8

Cas

00h55m20s

+57°16'53"

Größe 35' x 15'

Hellster Stern 7m2

Mitglieder 5

Little W - Entdecker Stefan Schuchhardt - zunächst denkt man an Kemble 2, welches im Sternbild Drache beheimatet ist und täuschend echt das Sternbild Kassiopeia in Miniatur nachbildet - das von Stefan entdeckte Sternmuster liegt aber zufällig auch im Sternbild Kassiopeia direkt nordöstlich des bekannten Emissionsnebels NGC 281 (Pacman-Nebel) - fünf Sterne der 7. bis 9. Größenklasse bilden das Himmels-W

FG 10x42 - nicht auffallend im 6°-Sehfeld

FG 10x50 - das Muster zeigt sich unauffällig in einem Feld mit vielen gleich hellen Sternen - der Eindruck ist deshalb trotz verblüffender Ähnlichkeit zum echten Sternbild nicht ganz so stark

FG 14x80 - sehr auffallend - Beta-Gamma-Delta-Epsilon sind positionstechnisch verblüffend ähnlich mit Kassiopeia, auch die Helligkeitsverteilung der Sterne passt, nur Alpha sitzt zu weit südwestlich - zu den Alpha-bis-Epsilon-Vertretern gesellt sich in der Verlängerung von Delta-Epsilon ein Stern, der gut als Vertreter von Iota Cas fungiert - damit wird die Mini-Kassiopeia noch plausibler – mit diesem Ferglas wird Leiters Kassiopeia zum besten Vertreter der Gattung der Mini-Kassiopeias (neben Kemble 2 ist hier ja auch Al J0022.7+5417 zu nennen)

5“ Doppelrefraktor - obwohl das Sehfeld bei 50-fach von 1,7° eigentlich gut für das Muster sein sollte, ist Leiter 8 nicht wirklich auffallend, im Gegensatz zum Anblick mit FG 25x80 - allerdings ist das Muster sehr nützlich zur Orientierung bzgl. Pac Man-Nebel NGC 281

12" Spiegel - bei 40-fach ist Leiter 8 nicht so leicht zu erkennen, wie vermutet - die fünf Kassiopeia-Sterne gehen in diesem reichen Sternfeld fast unter - wenn man sie gefunden hat, stehen sie im Dobson leider auf dem Kopf - das kleine W kommt seinem Vorbild von der Anordnung recht nahe 

Leiter 8

Leiter 9

Cyg

20h55m50s

+43°35'05"

Größe 34' x 13'

Hellster Stern 6m7

Mitglieder 7

besser bekannt als "Kleiner Orion" - eine Ansammlung von 7 Sternen, die ein ähnliches Bild abgeben wie der große Bruder Orion, nur etwas verzerrt - der Kleine Orion ist eine schöne Aufsuchhilfe für den Emissionsnebel NGC 7000 - der nordöstliche Stern dieses Musters markiert zugleich die südliche Landspitze Floridas

Leiter 9 dient nicht nur als Aufsuchhilfe für die zentralen Nebelteile im Nordamerika-Pelikan-Komplex (Westerhout 80), sondern auch für den anregenden Stern des gesamten Komplexes - wenn wir im Kleinen Orion vom „Schulterstern Betelgeuze“ zum „Schulterstern Bellatrix“ eine Linie ziehen und auf 2/5 dieser Linie ein wenig nach Norden gehen, finden wir einen rötlichen 13m2 hellen Stern - das ist 2MASS J205551.25+435224.6, der anregende Stern des ganzen Komplexes! - die Katalogbezeichnung enthält die Koordinaten des Sterns - er ist um knapp 10 Größenklassen durch vorgelagerten Staub abgedunkelt und daher sehr rötlich erscheinend

FG 10x42 - es reicht nicht ganz für die Gürtelsterne

FG 15x45 - jetzt sind aber alle Sterne da

8" Spiegel - bei 30-fach ist das Muster in reichem Sternfeld schnell identifiziert

10" Spiegel - der oben beschriebene Stern 2MASS J205551.25+435224.6 ist blickweise zu erhaschen, aber unsicher, das Seeing spielt nicht ganz mit - die rötliche Färbung des Sterns macht wohl die Sichtung schwerer als seine visuelle Helligkeit es erwarten ließe - jedenfalls ist Leiter 9 eine hervorragende Aufsuchhilfe

Leiter 9

Leiter 10

 Peg

21h43m04s

+10°26'40"

Größe 18' x 8'

Hellster Stern 9m4

Mitglieder --

The Ship - es sind unabhängige Entdeckungen von Frank Leiter und Fulbert Picot (Picot 2) bekannt - dieses Muster wirkt wie ein Schiff, das man aus einem Blatt Papier gebastelt hat - fünf Sterne 10. Größenklasse bilden ein V und ein paar schwächere Sterne an dessen Flanken zeichnen Heck und Bug - einige schwache Sterne in der Nähe der Segelspitze geben zusätzlich den Eindruck einer netten Flagge - viele sehen hier sicher auch eine Miniversion des Teapots (Muster der hellsten Sterne im Sternbild Schütze)

FG 10x50 - nebenbei besehen fällt das Muster als schwacher Schimmer auf - genauer betrachtet fällt die nach NW zeigende Spitze auf - das Abbild eines Schiffes ergibt sich insgesamt aber noch nicht, eher sehe ich das Star Trek "A", dieses Schiffslogo auf der linken Brustseite der Sternflottenuniformen 

12" Spiegel - bei 50-fach wird ein gutes Dutzend Sterne sichtbar, die Schiffsform ist recht markant und erschließt sich sofort - bei 110-fach kommen noch drei schwächere Sterne hinzu

Leiter 10

Leiter 11

Gem

06h43m41s

+25°20'00"

Größe 23' x 21'

Hellster Stern 9m4

Mitglieder 20

Lasso Loop - ein Lasso werfender Stern - es gibt nichts, was es nicht gibt - der 3 mag helle Stern mit dem schönen Namen Mebsuta (ε Gem) ist der Übeltäter - 20' nördlich des Sterns bilden gut 15 Sterne meist 9. oder 10. Größenklasse eine etwa 21' x 7' große Ostwest elongierte Ellipse - eine Kette von Sternen beginnt leicht westlich versetzt am Ring und reicht bis zum Stern Mebsuta

12" Spiegel - bester Eindruck bei Aufsuchvergrößerung (40-fach) - bei 50-fach erkennt man gut 15 Sterne in der Ellipse und 5, die das Seil bilden

Leiter 11

Leiter 12

Lyr

18h52m31s

+33°48'37"

Größe 1,5' x 0,8'

Hellster Stern 13m3

Mitglieder 8

Half a heart - eine interessante Entdeckung von Frank Leiter - diese kompakte Gruppe von 8 Sternen 13. und 14. Größenklasse sieht in der Tat aus wie die Hälfte eines Herzens und die Nähe zur Spindel-Galaxie UGC 11372 macht beide zu einem interessanten Objektpärchen

Zeichnung rechts: Mathias Sawo mit 18"und 340-facher Vergrößerung 

12" Spiegel - ab 70-fach erscheint das Sternmuster als ovaler Ring und indirekt blitzen immer wieder einzelne Sterne heraus - bei 110-fach sind alle Sterne indirekt erkennbar und die halbe Herz-Form schön nachvollziehbar

Leiter 12
Leiter 12 Zeichnung UGC 11372

Leiter 13

Cas

23h27m20s

+58°07'40"

Größe 19' x 17'

Hellster Stern 8m9

Mitglieder 11

Little Hercules - Frank Leiter stieß bei der Suche nach dem PN Hubble 12 auf diese Sammlung von Sternen, die dem Sternbild Herkules sehr ähnelt, allerdings liegt Herkules hier bei seitenrichtiger Darstellung nach Osten geneigt auf der Seite - die Mitgliedssterne haben alle eine Helligkeit zwischen der 9. und 12. Größenklasse - der PN Hubble 12 steht am Ende des nordwestlichen Fußes

12" Spiegel - bei 70-fach das Muster zu erkennen war nicht leicht, denn erst nachdem ich Hubble 12 am nordwestlichen Fußende von Leiter 13 gefunden habe, erschloss sich mir der liegende Mini-Herkules - dann aber sind das Trapez und die abgespreizten Gliedmaßen gut erkennbar

Leiter 13

Leiter 14

Peg

23h40m02s

+26°37'45"

Größe 10' x 5'

Hellster Stern 9m4

Mitglieder 11

Lying Shield - wieder eine Entdeckung von Frank Leiter - einige relativ gleichhelle Sterne 10. bis 12. Größenklasse formieren sich zu einem Schutzschild, wie ihn mittelalterliche Ritter benutzt haben - er ist umgefallen bzw. die langen Seiten sind in Ostwest-Richtung ausgerichtet - das Muster ist am nördlichen Rand innerhalb des Pegasus Vierecks zu finden - nur knapp 1° südöstlich steht die Galaxie NGC 7741, die mit 8" sichtbar werden sollte

12" Spiegel - bei 40-fach sind 7 Sterne bereits indirekt erkennbar - bei 70-fach wird dann der Schild in seiner vollen Pracht deutlich - alle 11 Sterne sind erkennbar - sie sind etwa gleichhell und recht homogen verteilt

Leiter 14

Leiter 15

Sct

18h51m52s

-05°43'35"

Größe 3' x 1'

Hellster Stern 11m6

Mitglieder 9

das Muster liegt nur knapp ein halbes Grad nördlich vom Sternhaufen Messier 11 (Wildentenhaufen) - Leiter 15  ist eine fotografische Entdeckung von Frank Leiter aus dem Jahr 2013 - dieses Muster erinnert sehr stark an den echten Sternhaufen Teutsch 8 im Sternbild Cygnus - vier Sterne 12. und 13. Größenklasse bilden ein kompaktes Viereck und fünf weitere leicht schwächere Sterne ziehen sich wie an einer Perlenschnur nach Südosten - das Ganze schaut dem Entdecker nach aus wie ein Winddrachen - andere erkennen darin auch den großen Wagen als Mini-Mini-Version wieder - Leiter 15 war zusammen mit M 11 Objekt des Monats August bei Astrotreff.de

Bild rechts: Markus Blauensteiner

5" Refraktor - bei 70-fach zeigen sich nur zwei Kastensterne - bei 160-fach wird der Kasten indirekt sichtbar, aber die Spur des Schweifs bleibt unsichtbar - bei 200-fach zeigt sich der Schweif indirekt schemenhaft

8" Spiegel - das Muster ist eindeutig erkennbar und schön alleinstehend in diesem sonst recht reichen Sternfeld - indirekt besser sichtbar - es verschwindet hin und wieder, wenn man direkt darauf schaut

12" Spiegel - eine sehr gerade Sternkette von 5 Sternen am nördlichen Rand von M 11 zeigt direkt nach Norden und auf Leiter 15, das Muster steht zum letzten Stern entfernt, wie die Länge der Sternkette - bei 70-fach ist das Viereck schon gut getrennt erkennbar, die übrigen 5 Sterne in der Kette wirken wie ein nebliges Fähnchen - ab 160-fach wird auch das Fähnchen in Einzelsterne aufgelöst, es zeigt nach Osten und ist am Ende leicht nach Süden gebogen - lohnenswert

Leiter 15

Leiter 16

Gem

07h27m50s

+21°40'00"

Größe 35' x 25'

Hellster Stern 5m2

Mitglieder 6

dieses Muster wirkt wie ein menschliches Ohr - Frank Leiter stolperte auf der Suche nach dem bekannten Eskimonebel NGC 2392 über diese nur ein halbes Grad nord-nordwestlich liegende auffällige Sternkonstellation - die Helligkeit der sechs beteiligten Sterne variiert zwischen 5m2 und 9m0

FG 10x50 - der Bogen ist schön erkennbar, wobei bis auf einen Stern im Norden alle anderen direkt sichtbar sind - der Bogen fächert nach Westen immer weiter auf - hellster Stern im Süden

12" Spiegel - bei 40-fach zeigt sich ein sehr markanter Sternbogen, die beiden hellsten Sterne dienen als Zeiger zum Eskimonebel NGC 2392

Leiter 16

Little Joe

Psc

00h02m00s

-11°28'48"

Größe 180' x 60'

Hellster Stern 5m0

Mitglieder 4

das Sternmuster wurde vom amerikanischen Amateur Stephen Saber nach dem Würfelspiel-Begriff "Little Joe from Kokomo" benannt, was "zwei 2er" heisst – es umfasst die Sternpaare 27 und 29 Psc sowie 30 und 33 Psc, welche ein senkrecht zur Ekliptik stehendes langgestrecktes Rechteck (ja fast ein Parallelogramm) bilden - die Linie von 33 nach 29 Psc führt einmal verlängert fast genau zum Frühlingspunkt auf der Ekliptik 

wer noch weiter gehen möchte,  gut 5° nordöstlich (bei 4° ekliptikaler Länge) wiederholt sich das Muster mit den in etwa gleichen Proportionen - das zweite Rechteck wird gebildet aus Sternen 7. und 8. Größenklasse und hat mit 60' x 20' gut ein Drittel der Größe von Litle Joe - jenes zweite Rechteck steht genau auf der Ekliptik und senkrecht zu Little Joe - die zwei Parallelogramme geben dem Beobachter eine gute Orientierungshilfe beim Verfolgen des Laufs der Planeten in diesem Bereich der Ekliptik

bloßes Auge - unter gutem Himmel sind alle vier Sterne zu sehen (und unter Vorstadthimmel reicht schon ein Opernglas)

FG 10x42 - ein starkes Muster - die Diagonale von 33 über 27 Psc führt 3mal verlängert zur "Fischellipse", das heißt zum westlichen der beiden Fische

4“ Refraktor – mit 40-fach ist Little Joe feldfüllend und farblich differenziert - in 5° Abstand nordöstlich scheint der "Kleine Little Joe"  (was für eine Namenskreation) senkrecht zu Little Joe auf 

Little Joe Asterism

Little Sagitta

Vir

12h38m37s

-11°28'48"

Größe 8' x 4'

Hellster Stern 8m0

Mitglieder 4

oder auch Sombreros Arrow - das Muster liegt knapp 20' westlich der Sombrero-Galaxie M 104 - wie ein Zeiger oder eben ein Pfeil weist das Sternmuster genau in Richtung der Galaxie - dadurch wird es möglich, schon im FG oder Sucher die Position der Galaxie zu bestimmen, ohne sie als solche zu sehen - der Kleine Pfeil ist zugleich Bestandteil eines weiteren Sternmusters Pothier 11

12" Spiegel - bei 40-fach sind die vier etwa gleich hellen Sterne gut zu erkennen

Little Sagitta

Lorenzin 1

Tau

05h42m56s

+21°22'06"

Größe 21' x 2'

Hellster Stern 7m7

Mitglieder --

oder auch der vielsagende Eigenname Spermatozoon - gut 0,5° östlich des Sterns ζ Tau beginnt eine Reihe relativ gleichheller Sterne bis zur 10. Größenklasse - am östlichen Ende bildet ein 7m7 heller Stern die Spitze eines Dreiecks zusammen mit zwei 10m2 und 10m9 hellen Sternen - diese Dreiergruppe wirkt in Teleskopen mit der richtigen Vergrößerung leicht neblig und stellt den Kopf des Spermatozoons dar

12" Spiegel - in Aufsuchvergrößerung bilden 7 etwas gleichhelle Sterne den Schwanz - der hellste Stern im Osten steht an der Spitze eines Dreiecks mit zwei schwachen Begleitern, das Dreieck wirkt flüchtig betrachtet etwas neblig oder und ist dadurch gut vorstellbar als Kopf des Spermatozoons

Lorenzin 1

Lorenzin 2

Sct

17h01m00s

+14°25'00"

Größe 230' x 80'

Hellster Stern 4m9

Mitglieder 20

der 2. Eintrag in der Sternmuster-Liste des Amerikaners Tim Lorenzin aus den 1990er - das Muster hat die Form eines SSÖ-NNW verlaufenden flachen S oder eines Integralzeichens - Lorenzin nannte ihn auch "Sudor Ophiuchi", was soviel wie "Schweiß des Schlangenträgers" heißt - er schrieb dazu: "Wenn Du mit einer Riesenschlange ringen müsstest, wäre es auch Dir egal, wohin Dein Schweiß tropft!" - wir werfen ergänzend ein, dass der Schlangenträger auch noch einen Riesenskorpion mit seinen Füßen niederdrückt! 

bloßes Auge - vorstädtischer Himmel, westlicher Ausläufer der Milchstrasse bis Beta Oph erahnbar - der hellste Stern des Musters, 60 Her, ist blickweise sichtbar

Kleinst-FG 2x54 - drei Mitgleider der Kette sind deutlich, wobei 33 Her und 34 Her zu einem Stern verschmelzen, weitere Mitgleider blickweise sichtbar

FG 10x42 - die geschwungene Sternkette füllt das Sehfeld von 6,5° aus, sehr markant - interessant ist, wie der westliche Drittel der Kette sich in eine Doppelkette aufspaltet - je nachdem, wo die Kette als im Westen endend aufgefaßt wird, sind 15 bis 20 Mitglieder in dieser Nacht sichtbar - insgesamt erinnert Lorenzin 2 an Hay-Merting 8 (Cleopatras Auge), was wesentlich damit zu tun hat, dass hier, wie bei HM 8, die Helligkeiten der Sterne im Verlauf der Kette schwächer werden

5" Refraktor - bei 60-fach ging es mir darum, eventuell interessante Details, z.B. Doppelsterne, innerhalb des Sternmusters zu finden - leider Fehlanzeige - der Sternhaufen-Kandidat Streicher 64 um 33 Her und 34 Her ist ganz nett, aber nicht weiter aufregend


Lorenzin 5

Sct

18h43m51s

-10°48'30"

Größe 6' x 2'

Hellster Stern 9m5

Mitglieder --

oder auch Essertoo String - Entdecker Tom Lorenzin - eine Reihe von Sternen mit Helligkeiten von meist 10 bis 12 mag bildet je nach Geschmack eine 2 oder ein S - das Muster erstreckt sich von Nordost nach Südwest

Zeichnung rechts: Rene Merting mit 12" und 160-facher Vergrößerung / größere Zeichnung

12" Spiegel - das Muster zeigt sich bei Aufsuchvergrößerung 40-fach als Schimmer - bei 70-fach sind 13 Sterne direkt und indirekt auszumachen - das Muster ist trotz reichem Sternfeld schön zu erkennen und wirkt sehr filigran


Lorenzin 15

Mon

06h53m08s

-10°07'18"

Größe 28' x 17'

Hellster Stern 8m5

Mitglieder 15

auch Pakans 3 - das Muster steht gut 2° westlich des Möwen-Nebels IC 2177 bzw. 2° nördlich des Sterns ϑ CMa - man kann in der Anordnung der etwa gleichhellen Sterne eine 3 erkennen - ausgehungerte Beobachter sehen mitunter das M von McDonalds - im isDSA ist das Muster fälschlich mit Pakans 4 bezeichnet - Vergrößerungen ab 15-fach und mehr sind bestens geeignet, also Groß-Ferngläser oder kleine Teleskope

noch keine eigene Beobachtung 

Lorenzin 15

Markov 1

Her

17h56m56s

+29°19'34"

Größe 19' x 8'

Hellster Stern 8m5

Mitglieder 9

ein recht auffälliges Sternmuster, welches vom kanadischen Amateur-Astronom Paul Markov Anfang der 2000er beschrieben wurde - es ist knapp nördlich vom Stern ξ Her zu finden und besteht aus neun etwa gleichhellen Sternen 9. und 10. Größenklasse und erinnerte Markov entfernt an das Teapot-Muster im Schützen - wir haben bei unserer Beobachtung die Teekanne nicht wirklich nachvollziehen können, aber wir hatten eine andere interessante Rentier-Assoziation ...

Bild rechts: DSS - Norden ist unten und Osten ist rechts

12" Spiegel - bei 40-fach ist die Sterngruppe auffällig - durch die umgedrehte Dobsonsicht zeigt sich ein gehörntes Tier, das auf den Hinterbeinen sitzt - die beiden engen Sterne unterhalb der Hörner könnten die Augen sein

Markov 1

Mayer 100

Gem

06h06m09s

+24°20'25"

Größe 11' x 11'

Hellster Stern --

Mitglieder --

Herzerl - dieses Muster wurde 2007 von Stephan Mayer mit 14" entdeckt - direkt im Sternhaufen M 35 erscheint ein wunderschönes großes herzförmiges Sternenmuster - auf Bildern kann man schon sehr gut den westlichen Teil des Herzens erkennen, der wie ein umgedrehtes Fragezeichen aussieht - unter gutem Himmel vervollständigen viele kleine schwache Sternchen auch die zweite Hälfte - außerdem steht das Herz im Dobson auch noch aufrecht

12" Spiegel - ab 50-fach wird der westliche Bogen sehr gut erkennbar, der östliche Bogen wirkt recht schmal, aber der Eindruck eines Herzens ist dennoch nachvollziehbar

Mayer 100

Mini Coathanger

UMi

16h30m08s

+80°17'49"

Größe 17' x 9'

Hellster Stern 9m1

Mitglieder 10

entdeckt vom Amateurastronomen Tom Whiting - dieses Muster ist deutlich kleiner, als das Original-Sternmuster im Füchschen - es steht 2° nördlich der recht hellen Galaxie NGC 6217

FG 10x50 - sehr interessant - der Bügel ist als zarter nebliger Strich erkennbar und auffällig im Sternumfeld - vom Haken die Sterne sind zwar auch auszumachen, sie lassen sich aber nicht bildlich zum Haken vereinen

12" Spiegel - hier ist die Aufsuchvergrößerung 40-fach völlig ausreichend und der Bügel ist schon gut sichtbar - der Bogen wird aus 4 Sternen gebildet - der Bügel aus 4 bis 5 Sternen, je nach Sicht, sie bolden zwar keine so gerade Linie wie beim Original, aber der Gesamteindruck ist trotzdem nahe am Original

Mini Coathanger

NGC 7134

Cap

21h48m56s

-12°58'23"

Größe 0,5' x 0,2'

Hellster Stern 11m6

Mitglieder 5

der NGC-Katalog enthält zahlreiche Objekte, bei denen ihre Entdecker einen Sternhaufen vermutet haben, aber tatsächlich handelt es sich um Sternmuster - NGC 7134 oder auch Heulender Zyklop genannt ist so ein Beispiel - entdeckt wurde das Muster vom Deutschen Christian Peters im Jahre 1860 mit einem 13,5" Teleskop - er fand das Objekt ziemlich schwach und sehr klein - 4 Sterne mit Helligkeiten zwischen 13m8 und 15m5 stehen in einem engen nach Norden gewölbten Bogen unter einem helleren Stern

12" Spiegel - bei 50-fach ist der Bogen schwacher Sterne in Richtung des helleren Sterns gut zu erkennen - die 4 Sterne sind schon leicht angedeutet getrennt - bei 160-fach schälten sich zwei Sterne aus dem Bogen, dann zogen leider Wolken auf

NGC 7134

Normans PP

Boo

14h25m47s

+23°37'16"

Größe 1,7' x 1'

Hellster Stern 9m5

Mitglieder 3

Normans Passing Pair - der deutsche Amateurastronom Norman Görlitz beschrieb 2018 erstmals diese Konstellation zwischen einem echten physikalischen Doppelstern mit den Komponenten BD+24 2733 und BD+24 2733B und einem Hintergrundstern BD+24 2734 (Link zum Beitrag bei Astrotreff.de) - im Hipparcos-Katalog ist der DS als HIP 70529 verzeichnet und in der Liste der Sterne mit der größten Eigenbewegung an 106. Stelle - das Paar passiert mit einer Eigenbewegung von 1,37" pro Jahr in südöstlicher Richtung gerade den Hintergrundstern BD+24 2734, der eine ähnliche Helligkeit (9m5) und Farbigkeit (rötlich/orange) wie die DS-Komponenten (9m9 und 9m7) hat - im Jahr 2005 bildeten die drei Sterne eine Gerade, inzwischen ist die Linie geknickt, im Jahr 2036 werden sie ein gleichschenkliges Dreieck bilden - im Jahr 2018 betrug der Abstand der östlichen DS-Komponente zum Hintergrundstern 33" und er weitet sich jährlich um ca. 1", genug um von Jahr zu Jahr verfolgt zu werden, fotografisch allemal aber auch visuell

Bild rechts: PanSTARRS

FG 10x50 - Normans Passing Pair ist auszumachen als leicht länglicher Nebelstrich - in guten Momenten ist indirekt eine Zweiteilung erkennbar

FG 30x80 - das Trio ist deutlich getrennt - auch klare Helligkeitsunterschiede: der Hintergrundstern am hellsten, die westliche Komponente des Doppelsterns am zweithellsten, die östliche Komponente am schwächsten – kein klarer Farbeindruck, aber auch nicht reinweiß

4" Refraktor - bei 20-fach sind alle drei Sterne bereits direkt erkennbar - der mittlere Stern steht leicht südlich versetzt und scheint der schwächste von den Dreien zu sein - bei 30-fach sind alle drei Sterne bereits gut getrennt und der östliche Stern steht näher zum mittleren Stern als der westliche Begleiter - Farbe ist nicht wirklich feststellbar, aber der östliche Stern strahlt ein wenig klarer (nicht heller) als die beiden anderen Sterne, die etwas dumpfer leuchten, fast so als würden sie zum Orange tendieren - bei 70-fach ist schon richtig viel Abstand zwischen den Sternen, das Ganze wirkt viel filigraner als auf Fotos

12" Spiegel - Beobachtung vor allem, um Farbe zu erkennen - bei 40-fach strahlen alle drei Sterne irgendwie leicht kupfern bzw. dunkel - bei 70-fach haben alle die gleiche Helligkeit, der östliche Stern strahlt nicht heller aber weißer - die Sterne wirken im Vergleich zu den übrigen Sternen im Gesichtsfeld, als hätten sie Farbe ... haben sie aber nicht wirklich

Norman´s Passing Pair - NPP

O'Neil 1

Equ

21h21m48s

+02°54'48"

Größe 42' x 13'

Hellster Stern 6m5

Mitglieder --

zu diesem Objekt gibt es keine Informationen und es ist nicht bekannt, ob es ein Sternhaufen oder ein Sternmuster ist - ein Blick darauf ist dennoch interessant - einige hellere Sterne 6. bis 9. Größenklasse bilden ein relativ flaches Muster, das entfernt einem Schwertfisch ähnelt - das Objekt ist nur 4° nordwestlich des bekannten Kugelsternhaufens M 2 zu finden

12" Spiegel - bei 40-fach zeigen sich alle Mitglieder und das Ganze ist gut vorstellbar als Schwertfisch mit einer hohen Rückenflosse - der östlichste Stern hat einen schwachen Begleiter (sicher nur optisch), der etwas Farbe und damit einen schönen Kontrast zeigt

ONeil 1

Patchick-Wien. 1

Cet

02h36m18s

+06°41'30"

Größe 150' x 50'

Hellster Stern 5m0

Mitglieder 6

Patchick-Wienerroither 1 - das Fragezeichen wurde 2005 von Peter Wienerroither entdeckt (und vermutlich etwa zeitgleich auch vom Amateurastronom Dana Patchick) - die 6 Sterne dieses Musters haben eine Helligkeit zwischen der 5. und 7. Größenklasse - der Punkt des Fragezeichens selbst ist ein Doppelstern (Ny Ceti)

12" Spiegel - der Punkt des Fragezeichens ist schon mit bloßem Auge zu sehen, das ganze Muster muss abgefahren werden

Patchick-Wienerroither 1

Patchick 100

Peg

23h02m30s

+23°08'09"

Größe 70' x 30'

Hellster Stern 7m2

Mitglieder 7

auf der westlichen Kante des Pegasus-Quadrats bilden einige helle Sterne 7. und 8. Größen-klasse das Sternbild Delphin im Miniformat nach

FG 10x50 - das Muster ist sofort zu erkennen, es nimmt gut 1/4 des GF ein

4" Refraktor - wieder eine wirklich gelungene Miniaturnachbildung eines Sternbildes - drei Sterne bilden den Schwanz und 4 die Raute

Patchick 100

Phönix

Lac

22h46m59s

+54°47'45"

Größe 22' x 21'

Hellster Stern 6m8

Mitglieder --

Entdecker Lambert Spix - eine s-förmig geschwungene Sternkette bildet den Körper des Sagenvogels - die Flügel werden östlich von einer v-förmigen Sterngruppe und westlich von zwei helleren Sternen gebildet - die Konstellation hebt sich klar vom Hintergrund ab und lässt den Vogel in den nächtlichen Himmel emporsteigen.

Wir haben bei unseren Beobachtungen vor allem mit Ferngläsern den Phönix eindrücklicher erkennen können, wenn man sich den Hals und Kopf nördlich des hellen Sterns vorstellt, dann sind die westlichen Sterne die Füße und die geschwungene Linie die Flügel - siehe Bild 2 rechts unten.

Ein Abstecher zu den nur 1° südlich entfernten Sternmustern bzw. Haufenkandidaten Alessi 42A und 42B ist sehr lohnenswert und spricht für die Verwendung von Gesichtsfeldern mit mehr als 2°.

FG 10x50 - das Sternmuster ist schön auszumachen, beide Varianten sind eindrucksvoll

8" Spiegel - die Figur tritt immernoch deutlich hervor gegen den Hintergrund

12" Spiegel - bei 40-fach hat der hellere Stern im östlichen Flügel anfangs irritiert ... und Phönix steigt nicht, sondern sinkt, deshalb sind Optiken mit aufrechtem Bild hier im Vorteil

Phoenix Ursprungsinterpretation
Phoenix weitere Interpretation

Picot 1

Boo

14h15m04s

+18°34'20"

Größe 20' x 7'

Hellster Stern 9m4

Mitglieder 7

Napoleons Hut - der französische Entdecker Fulbert Picot sah in diesem Muster den berühmten Kopfputz Napoleons - sieben Sterne bilden den Umriss des Hutes - mathematisch veranlagte Beobachter sehen sicherlich eher eine Gaußsche Kurve

Zeichnung rechts: Rene Merting mit 4" und 30-facher Vergrößerung / größeres Bild

FG 10x50 - indirekt wird der obere Teil des Hutes und die Spitze erkennbar - das Filigrane an diesem SM gefällt mir

3" Refraktor - bei 50-fach sind 6 der 7 Sterne gut auszumachen, der siebte ist indirekt sichtbar - für den perfekten Hut fehlt mir noch ein Stern am Südende

12" Spiegel - hier fällt auf, dass im Umfeld nicht viel mehr Sterne dazu kommen, das Muster steht ziemlich allein - der Gedanke an eine Made, die zum gelb-goldenen Apfel Arktur robbt, gefällt mir besser als der Hut

Picot 1
Picot 1 Zeichnung

Pothier 7

Cas

00h33m45s

+63°11'40"

Größe 7' x 3'

Hellster Stern --

Mitglieder --

das Muster wird gern für ein Sternhaufen gehalten - im Internet ist aber auch nicht viel Erhellendes zu finden, nur dass der Entdecker Yann Pothier, ein französischer Asterism Hunter einen Katalog von insgesamt 21 Sternmustern zusammen gestellt hat - das hier ist also Nr. 7 - das Sternmuster bildet zusammen mit den OS NGC 133, NGC 146 und King 14 eine sehr enge und interessante Raute knapp nördlich des hellen Sterns κ Cas

FG 10x50 - knapp oberhalb eines 8m9 hellen Sterns ist indirekt eine unaufgelöste gebogene Sternlinie erkennbar - sie biegt sich in ihrem Verlauf von NO nach SW - das Muster bildet mit den drei Sternhaufen King 14, NGC 133 und NGC 146 eine langgezogene SO-NW-Raute, bei der alle Mitglieder indirekt besehen knapp verbunden zu sein scheinen

12" Spiegel - bei 70-fach sind gut ein Dutzend in die Länge gezogene Sterne zu erkennen - die Form gleicht einer schmalen Mondsichel - nicht uninteressant

Pothier 7

Pothier 8

Cas

03h13m55s

+74°08'05"

Größe 41' x 20'

Hellster Stern 4m9

Mitglieder --

einmal am Himmel ausgemacht, hilft Pothier 8 zusammen mit dem südlich stehenden Muster Kembles Drachen (Kemble 3), diese an sich strukturschwache Himmelsgegend zu gliedern

12" Spiegel - bei 50-fach zeigen sich sechs helle Sterne in Form eines Obelisken - nimmt man die beiden östlich stehenden helleren Sterne hinzu, dann gibt´s einen ordentlichen Knick

Pothier 8

Pothier 11

Vir

12h39m15s

-11°17'52"

Größe 27' x 15'

Hellster Stern 7m7

Mitglieder --

das Sternmuster Little Sagitta bildet zugleich das Maul eines Musters namens Jaws (nach dem gleichnamigem Film, im Deutschen bekannt als der Der Weiße Hai), welches im isDSA als Pothier 11 bezeichnet wird - einige Beobachter haben Schwierigkeiten, den Hai zu erkennen, aber mit etwas gutem Willen sollte es klappen

Zeichnung rechts: Mathias Sawo mit 10" und 40-facher Vergrößerung

5" Refraktor - Himmel diesig und 1/3 Mond - bei 20-fach fällt die Kette aus drei Sternen sofort auf, welche das Maul bildet. Bei 40-fach werden dann auch die schwächeren Sterne sichtbar und der Haifisch ist sehr gut zu erkennen - sehr schön :-)

10" Spiegel - bei 40-fach fällt mir westlich von M 104 eine länglich gebogene Gruppe aus hellen Sternen auf - da mir die Interpretation der Hai-Form bekannt ist (von Rene bei jeder sich bietenden Gelegenheit empfehlungstechnisch präsentiert ;-)), kann ich das Muster recht schnell erkennen, obwohl ich mir selbst eher einen Delphin vorstellen könnte - den gebogenen Körper vom Hai inkl Schwanz- und Rückenflosse setzt sich aus 16 meist hellen Sternen zusammensetzen - eine Kette aus 4 sehr hellen Sternen bildet das Maul, wovon der hellste Stern leicht Orange wirkt - zwei schwächere Sterne formen die Spitzen der Schwanzflosse, drei weitere schwache Sterne sind an der westlichen Außenlinie des Kopfansatzes zu erkennen - das Muster ist gut abgesetzt vom Umfeld sichtbar - Pothier 11 und M 104 passen beide sehr bequem in ein Gesichtsfeld - M 104 ist selbst von helleren Sternen eingerahmt - etwas mehr an Vergrößerung verträgt das Muster auch, zumindest bleibt die Form weiterhin nachvollziehbar - am schönsten fand ich aber die 40-fache Vergrößerung - das Muster und M 104 ergaben zusammen einen tollten Anblick!

12" Spiegel - bei 40-fach ist der Hai schon fast gesichtsfeldfüllend und es zeigt sich wunderschön die geschwungene Sternkette, die das Rückgrat des Haifisches bildet - auch die Flossen sind gut nachvollziehbar - im Maul prangt ein orangefarbener Stern - eines meiner Lieblingsmuster

Pothier 11
Pothier 11 Zeichnung

Riddle 2

Ser

18h54m31s

+05°15'47"

Größe 0,9' x 0,9'

Hellster Stern 11m9

Mitglieder 5

ein Muster, das vom Amerikaner David Riddle 2003 in der Mailinglist der Deep Sky Hunter veröffentlicht wurde - 6 Sterne mit Helligkeiten zwischen 12 und 14 mag bilden einen auffälligen kleinen Ring - dieses feine kleine Muster ist gut 1,1° nord-nordöstlich von dem 4m6 hellen Doppelsterns Alya (θ Ser), dem östlichsten Schwanzstern der Schlange, zu finden

8" Spiegel - bei 40-fach ist das Muster als neblige Verdichtung erkennbar - ein Stern bricht indirekt schon hervor - bei 60-fach werden 3 Sterne sichtbar, nur die beiden westlichen Vertreter entziehen sich noch meinen Blicken - bei 90-fach steigt die Anzahl sichtbarer Sterne auf 4, die Sichtung des nächstschwächeren fünften südwestlich stehenden Sternes ist mir auch bei höheren Vergrößerungen bis 200-fach nicht gelungen

12" Spiegel - bei 70-fach wird das Muster erkennbar - drei Sterne im Osten zeigen sich direkt und einer im Westen indirekt, wie ein kompaktes Rechteck - bei 200-fach erkennt man, das von den vier Sternen die beiden südlichen ein wenig weiter auseinander stehen - am südwestlichen Stern wird ein schwacher Begleiter sichtbar

Riddle 2

Sachariassen 1

UMa

10h50m45s

+56°06'30"

Größe 15' x 10'

Hellster Stern 7m0

Mitglieder 10

Gebrochener Verlobungsring - das Muster wurde schon 1656 von Johannes Sachariassen beschrieben und gilt als eines der ersten überhaupt - damals hatte es aber noch eine andere Bedeutung (Seven Arrows) - erst P. Harrington sah in der C-förmigen Gruppe von 10 Sternen einen gebrochenen Ring - wenn man zwei weitere Sterne östlich des Rings hinzu nimmt, dann ist mit etwas Phantasie ein Flachboot mit einem aufgeblähten Segel zu sehen, ähnlich einer chinesische Dschunke

FG 10x50 - das Muster ist recht unscheinbar im Sternumfeld, aber alle Sterne lassen sich indirekt halten

4" Refraktor - bei 20-fach ist das Muster schön zu sehen, aber fast noch zu klein - neben dem Diamanten zeigen sich sechs Sterne - bei 40-fach sind die Dschunkensterne noch etwas gewöhnungsbedürftig, zumal einer der beiden recht schwach ist - der halbe Ring für sich genommen schaut gut aus

Sachariassen 1

Steine 2

Lyr

19h11m04s

+30°31'14"

Größe 1,4' x 0,4'

Hellster Stern 12m4

Mitglieder 11

nur 1' süd-südwestlich vpm Planetarischen Nebel NGC 6765 steht das Sternmuster Steine 2, welches 2001 von Mikkel Steine auf DSS-Bildern entdeckt wurde, die beiden hellsten Mitgliedssterne sind 12 mag hell - da der PN NGC  6765 stark auf Filter anspricht und vorher nahezu unsichtbar bleibt, hilft das Muster sehr beim Auffinden des PN, auch wenn in kleinen und mittleren Öffnungen nur die beiden helleren Sterne sichtbar werden

Bild rechts: Astro-Kooperation - Michael Breite, Stefan Heutz, Wolfgang Ries

4" Refraktor - bei 90-fach sind zwei NS verlaufende Lichtpünktchen erkennbar, sie geben eine gute Orientierung für die Suche nach dem PN NGC 6765 - indirekt schimmert die Stelle mit den beiden Lichtpünktchen leicht neblig

8" Spiegel - bei 60-fach sind zwei Sterne erkennbar - bei 110-fach sehe ich nur zwei etwas auseinander stehende Sterne, mehr nicht

12" Spiegel - bei 160x und höheren Vergrößerungen sind nur die beiden äußeren Sterne von dem Muster sichtbar

24" Spiegel - haha, ja - endlich mehr Sterne - bei 400-fach sind insgesamt 5 Sterne zu erkennen - hinzu gekommen sind die drei schwachen Sterne, die sich um den hellen südlichen Stern schmiegen


Streicher 60

Lac

22h23m33s

+51°05'44"

Größe 14' x 4'

Hellster Stern 7m4

Mitglieder 12

bei der Suche nach dem PN IC 5217 kommt man zwangsläufig an diesem Muster vorbei - es steht nur gut 7' nordwestlich vom PN und kann gut als Orientierung bei der Suche nach IC 5217 dienen - eine feine Linie aus gleichhellen Sternen zieht sich wie eine Angelrute von Norden nach Süden und läuft leicht südwestlich gebogen aus

12" Spiegel - bei 40-fach zeigt sich trotz des reichen Sternumfeldes eine auffällige feine Linie aus Sternen - bei 70-fach sind 8 gleichhelle Sterne in gleichem Abstand und wie an einer Schnur gezogen erkennbar, die Schnur endet im Südwesten an einem helleren Stern

Streicher 60

Taurus Pon

Oph

18h03m00s

+03°00'00"

Größe 190' x 120'

Hellster Stern 3m9

Mitglieder 5

Taurus Poniatowski, Poniatowskis Stier, wurde als Sternbild von Abbé Poczobut zu Ehren des damaligen polnischen Königs Stanislaus Poniatowski im 18. Jahrhundert gebildet - ursprünglich reichte die Figur dieses Stiers von der Schulter des Ophiuchus bis in das Sternbild Aquila - gegen Ende des 19. Jahrhunderts verschwand das Sternbild jedoch aus den Atlanten und wurde als Sternmuster auf die V-förmige Sterngruppe reduziert, die seinerzeit den Kopf des Stieres bildete - auf diese V-förmige Gruppe und die darin mit Kleinstfernglas sichtbaren Sterne bezieht sich die moderne Vorstellung dieses Sternmusters 

70 Oph ist ein zudem schöner Doppelstern - ferner kann von 66 Oph aus der nur etwa 1° nordwestlich stehende (fliegende!) Barnards Pfeilstern leicht aufgefunden werden

bloßes Auge - vorstädtischer Himmel, westlicher Ausläufer der Milchstrasse bis Beta Oph erahnbar - 3 Sterne bilden ein auffallendes Dreieck - das sind die Nasenspitze und der linke und rechte Nasenflügel (68, 67, 70 Oph)

bloßes Auge - Landhimmel - ich kann 4 Sterne erkennen, einzig der nordöstlich liegende 73 Oph bleibt meinen Blicken verborgen (sollte er aber nicht, denn er ist visuell knapp 6 mag hell)

Kleinstfernglas 2x54 - nun ist das linke, westliche Auge des Stiers (66 Oph) auffallend - das rechte Auge (73 Oph) wird südlich begleitet von zwei weiteren Sternen ähnlicher Helligkeit 

FG 10x42 - der Stierkopf ist ein starkes Muster, gut eingerahmt im Sehfeld von 6,5° - der Stier starrt einen regelrecht an - viele hinzutretende Feldsterne schwächen das Muster nicht, sondern geben es vielmehr Fülle - die OS-Kandidaten LeDrew 7 und Renou 37 sind östlich des Kopfes auffallend als Kondensationen im Sternfeld

FG 10x50 - die 6,7° Gesichtsfeld zahlen sich für dieses Muster aus, das V füllt dieses Feld gut aus - östlich sind noch ein paar hellere Sterne markant - östlich von 70 Oph strahlt ein schwächerer Stern orange

5“ Refraktor - bei 60-fach ist das Sehfeld von knapp 1,5° zu wenig, um den Kopf zu erfassen, doch erfreut der reiche Sternhintergrund des hier endenden Ausläufers der Milchstrasse das Auge als zartes Gesprenkel - beide Nasenflügelsterne des Stierkopfs sind Doppelsterne: der östliche 70 Oph (Struve 2272; 4m2/6m2, 6,5") ist sauber getrennt und dabei schön kompakt, mit einer mandarin-orangen Färbung des Begleiters - der westliche 67 Oph (4m0/13m7, 6,6") hingegen ist wegen des großen Helligkeitsunterschieds der Komponenten eine Herausforderung, die in dieser Nacht selbst bei 200-fach nicht zu bewältigen ist - bei 130-fach wird der OS-Kandidat Renou 37 direkt östlich des rechten Stierauges 73 Oph wirklich interessant: als fast gerade Sternkette mit einem Dutzend Mitgliedern füllt er das Sehfeld von 0,4° von Rand zu Rand aus

Taurus Poniatowski

Theta Del

Del

20h38m44s

+13°18'54"

Größe 40' x 20'

Hellster Stern 6m1

Mitglieder --

Theta Delphini Group - ein schönes Sternfeld um den gelborange leuchtenden Stern ϑ Del - zusammen mit einigen helleren Sternen bildet er einen Pfeil, der zerbrochen ist - rund um den Pfeil gibt es noch viele schwächere Sterne

FG 10x50 - die Gruppe ist deutlich markanter als French 1 im gleichen Sternbild - im Osten das gefiederte Pfeilende, im Westen ein Stück abgebrochene Spitze - incl. dem hellgelb leuchtenden ϑ Del sind 6 hellere Sterne zählbar - im abgeknickten westlichen Teilstück werden mehr Sterne sichtbar

4" Refraktor - bei 30-fach ergibt sich noch ein anderes Bild - westlich von ϑ Del ziehen sich 6 nicht ganz so helle Sterne in einem Bogen nach Nordwesten, was den Eindruck eines nach oben gebogenen Pfeils hinterlässt

Theta Delphini Group

Timms Eiffelturm

Sgr

18h13m11s

-18°49'36"

Größe 26' x 9'

Hellster Stern 7m7

Mitglieder --

Entdeckung durch Timm Klose im Oktober 2017 in Südafrika mit 20" beim Spazierengehen durch die kleine Sagittarius-Wolke M 24, hier wird die Entdeckung noch einmal wunderschön thematisiert von seinem Freund Patrice - das Muster ist nur 14' nördlich vom PN NGC 6567 zu finden und die meisten Sterne haben eine Helligkeit zwischen 11 und 12 mag

Timms Eiffelturm konnte in Südafrika auch mit einem 4" Bino und 35-facher Vergrößerung nachbeobachtet werden - wir schätzen, dass von unseren Breiten aus mindestens 8" notwendig sind

Bild rechts: PanSTARRS

12" Spiegel - heimische Breiten (52° n.B) - bei Aufsuchvergrößerung 70-fach zeigen sich zwei feine angedeutete Linien schwacher Sterne, die die linke (nördliche) Seite und den (östlichen) Boden des Eiffelturms bilden - bei 110-fach wird der Eifelturm eindeutiger und von der rechten (südlichen) Seite zeigen sich nun auch Sterne in feiner Linie - lediglich zur Spitze hin sind an dieser Seite kaum Sterne erkennbar, aber mit etwas guten Willen kann man auch diese Linie durchgezogen und zum Eiffelturm vollendet erkennen

Timms Eiffelturm

Webb 2

Her

18h02m34s

+26°21'54"

Größe 5' x 2,6'

Hellster Stern 7m0

Mitglieder 7

für Webb 2 gibt es zwei unterschiedliche Bezeichnungen Webbs Wreath und Ruby Ring, wobei der Kranz recht eindeutig ist - der 7 mag helle Stern am südlichen Ende des Kranzes steht in nur 72 Lichtjahren Entfernung und hat eine hohe Eigenbewegung von ca. 1/4° Richtung Südost in 1.000 Jahren - T.W. Webb beschrieb den Kranz in 1881, also vor etwa 140 Jahren - er sah den hellen Stern folglich nicht am Ende, sondern eher in der Mitte des Kranzes!

5" Refraktor - bei 40-fach ein recht auffälliger Halbkreisbogen aus eher schwächeren Sternen

12" Spiegel - schon bei Aufsuchvergrößerung zeigt sich der schöne nach Osten gebogene Halbkreis von dem hellen Stern ausgehend - bei 110-fach werden im Inneren des Kranzes ein halbes Dutzend schwächere Sterne sichtbar, die den Gesamteindruck aber nicht weiter stören

Webb 2

Wiegers Drachen

CVn

12h50m00s

+42°15'00"

Größe 120' x 20'

Hellster Stern 8m3

Mitglieder 13

der deutsche Amateurastronom Andreas Wiegers berichtete 2018 im Forum von Astrotreff über einen „kleinen Drachen" (Draco Minor) gut 1° nördlich der Galaxie M 94, der ihm bei der ersten Benutzung eines 120 mm Fernglases in den Jagdhunden auffiel - an der nordwestlichen Ecke der Raute, welche den Kopf von Draco Minor ausmacht, ist ein Sternpaar welches an Nü 1/2 Dra erinnert - der Körper setzt in einer kräuselnden Gerade über knapp zwei Grad nach Nordosten an, jedoch fehlt dann der größte Teil des Drachenkörpers - wir sehen hier eher einen Winddrachen (Englisch: Kite) mit Schweif - er erinnert an Kembles Drachen in Cassiopeia (Kemble 3, Kembles Kite) - die Raute des Winddrachen misst knapp 20' über die lange Diagonale, der Schweif flattert über knapp 2° nach Nordosten - bei Wiegers Drachen bleibt es dem Beobachter somit überlassen, ob er einen Feuerdrachen oder Winddrachen erkennt - jedenfalls stößt man in dieser Himmelsgegend immer wieder auf den Drachen und kann von dort aus mit großer Leichtigkeit M 94, die Katzenaugen-Galaxie, finden 

FG 10x42 - die vier Sterne der Raute sowie der südwestlich davon stehende Stern, der in der Figur des Feuerdrachens seine Zunge wäre, sind deutlich - jene fünf Sterne dominieren, da im Schweif des Winddrachens nur die ersten beiden Sterne auszumachen sind - somit erinnert das Ganze nun an ein chemisches Gefahrensymbol, vielleicht: „Achtung, Liner-Galaxie!“

FG 12x60 - trotz nun mehr Öffnung und Vergrößerung ggü. der kurz vorher erfolgten Beobachtung mit dem FG 10x42 kommen im Schweif des Winddrachens keine weiteren Sterne heraus, dazu braucht es wohl mehr Öffnung und Vergrößerung - jedoch ist nun die Cats Eye Galaxie M94, die im 10x42 gerade so nicht-stellar war, nun ein deutlicher Nebelfleck

6“ Refraktor - bei 60-fach ist der Kopf des Winddrachens auffallend - der nordwestliche Stern in der Raute ist doppelt - der Schweif kann gut über die gesamte Länge verfolgt werden, allmählich nach Nordosten schwächer werdend

Wiegers´ Drachen

Zürn 1

Per

02h18m53s

+57°08'24"

Größe 1,1' x 0,5'

Hellster Stern 6m5

Mitglieder 6

der Fallschirmspringer - Entdeckerin Katharina Zürn - im Sternhaufen NGC 869 lohnt es sich genauer hinzuschauen - im Zentrum des Haufens zeigt sich ein kleines feines Sternmuster - um den 6m5 hellen Stern V520 Per bilden 5 Sterne mit Helligkeiten ab 8 mag einen engen nach außen (bzw. Südosten) gewölbten Bogen - mit etwas Phantasie wirkt der Sternbogen wie ein Fallschirm und V520 Per ist der Kerl, der am Fallschirm hängt - eine weitere mögliche Deutung ergibt sich für all jene, die den Heulenden Zyklopen (NGC 7134) kennen, sie werden hier sicherlich seinen freundlicheren Bruder den lachenden Zyklopen erkennen

Bild rechts: Christian Busch

4" Refraktor - schon bei 30-fach sticht der Bogen um den hellen Stern im Haufen hervor - einmal in dem Wissen um dieses Muster entgeht es einem nicht mehr, wenn man sich den Doppelsternhaufen anschaut - bei 50-fach werden 4 Sterne direkt sichtbar, der 5. zeigt sich nur indirekt

8" Spiegel - bei 40-fach wird an dem hellen Stern wunderbar der Bogen schwächerer Sterne sichtbar, die den Fallschirm bilden - 4 Mitglieder des Fallschirms sind direkt und einer indirekt erkennbar

Zürn 1