Galaxien der M 81-Gruppe

Der Messier-Katalog ist trotz seines hohen Alters von über 200 Jahren auch heute noch der populärste, auch wenn Messier seinerzeit bei der Zusammenstellung der recht hellen und vollständig von Mitteleuropa aus beobachtbaren Objekte etwas ganz Anderes im Sinn hatte.

Um Verwechslungen mit den eigentlich von ihm gesuchten Kometen zu vermeiden, begann Messier, sich 1758 mit dem Thema der nicht beweglichen Nebelflecken zu beschäftigen. Er hatte dabei seinerzeit Optiken bis zu 3" Öffnung zur Verfügung. Das bedeutet, dass nach heutigem Stand äquivalent die Sichtung aller Objekte in einem Fernglas bis maximal 50 mm Öffnung möglich sein sollte.

 

Im Netz (im deutschen Sprachraum zumindest) gibt es kaum vollständige Listen zur Beobachtung der Messier-Objekte mit kleinen Optiken.

Ein Artikel von Ronald Stoyan in der Interstellarum 10 von 1997 handelte davon, dass er alle Messier-Objekte mit einem 10x50-FG erhaschen wollte. Der über 20 Jahre alte Interstellarum-Artikel hat uns nun auf diese Idee gebracht. Wir haben uns die Frage gestellt, ob tatsächlich alle Messier-Objekte mit Ferngläsern bis maximal 50 mm Öffnung für uns sichtbar werden. 

Das ist zudem eine schöne Gelegenheit, die Grenzen der Wahrnehmung mit Kleinst-, Klein- und klassischen Ferngläsern auszutesten.

 


Allgemeine Informationen zu astrophysikalischen Besonderheiten, geschichtliche Hintergründe oder interessante Details haben wir im weißen Text zusammengefasst.  

Bei den Bildquellen handelt es sich, sofern nicht anders vermerkt, um DSS/SDSS-Bilder (Quellen: Aladin oder WikiSky).

Bei abweichenden Bildautoren oder Zeichnungen erfolgt die Nennung in hellgrauer Unterlegung.

Die eigenen Beobachtungen sind grau unterlegt. Die Öffnungen sind entsprechend der von uns eingeschätzten Schwierigkeit farbig markiert: leicht - mittelschwer - schwer - mit dem Zweiten sieht man nicht besser


 M 81

Gx

UMa

09h55m33s

+69°03'55" 

Größe: 27' x 14'

Gesamthelligk.: 6m8

Flächenhelligk.: 13m0

Johann Elert Bode hat diese Galaxie 1775 entdeckt und vor allem im angelsächsischen Raum ist sie heute deshalb als Bodes Nebel bekannt - M 81 ist die Hauptgalaxie der nächsten größeren Ansammlung mit mindestens zehn Galaxien - sie ist rund 125.000 Lichtjahre von M 82 entfernt - auffallend ist der abgeknickte, auf M 82 weisende Spiralarm, der auf eine enge Begegnung mit M 82 zurückzuführen ist - zur M-81-Gruppe gehören auch die nahe gelegenen NGC 2976 und 3077 sowie die am Himmel ferneren NGC 2403 (Cam) und NGC 4236 (Dra) - wegen der großen Nähe der Gruppe zu uns deckt sie einen großen Winkel an unserem Himmel ab

der Zentralbereich von M 81 ist im Vergleich mit anderen Spiralen enorm groß - hier vermuten Wissenschaftler ein Schwarzes Loch mit 70 Mio. Sonnenmassen, das etwa 15 Mal größer als das Schwarze Loch unserer Milchstraße ist - die ungewöhnliche Helligkeit des Zentrums von M 81 wird auf dieses Schwarze Loch und die Materie, die infolgedessen dort hineinstürzt, zurückgeführt - dabei handelt es sich bei M 81 aber nur um eine gedämpfte aktive Galaxie

Bild rechts: CCD-Guide - Johannes Schedler

FG 8x20 - direkt hell und nicht ganz rund, zur Mitte heller werdend

FG 8x30 -  eine helle, leicht elongierte Aufhellung mit Konzentration zur Mitte hin

FG 8x40 - auf Stativ - ovaler Nebel mit deutlich hellerem Zentrum

FG 10x50 auf Stativ - ein runder, nebliger Fleck, zum Zentrum deutlich heller werdend - die Außenbereiche laufen diffus aus

Messier 81

 M 82

Gx

UMa

09h55m52s

+69°40'47" 

Größe: 27' x 14'

Gesamthelligk.: 9m9

Flächenhelligk.: 11m9

der Prototyp einer Starburstgalaxie - der Grund ist eine enge Begegnung mit M 81 vor 600 Mio. Jahren, M 81 ist 10-mal massereicher - die Supernovae der ersten leuchtkräftigen Sterne in M 82 erzeugten den galaktischen Superwind - zudem besitzt die Galaxie ein Schwarzes Loch mit 415 SM, das sich damit von der Größe zwischen stellaren und extrem massereichen Schwarzen Löchern befindet (ein intermediäres Schwarzes Loch)

Bild rechts: CCD-Guide - Johannes Schedler

FG 6x20 - ein etwas in die Länge gezogener, kleiner Nebel

FG 8x20 - auf Stativ - direkt schmal und kompakt sichtbar - indirekt Elongation 2:1

FG 8x30 - eine dünne, 3:1 elongierte Lichtnadel, die zwar deutlich schwieriger als die benachbarte M 81 ist, aber indirekt ständig gehalten werden kann

FG 8x40 - Vorstadthimmel - langgestreckt, schmal, gleichmäßig hell - nicht sonderlich auffallend - konnte nur indirekt gut erkannt werden

FG 10x50 auf Stativ - ein länglicher, gleichmäßig heller Nebelfleck

Messier 82